Liebe Grüße auf dem Weg durch die Woche
Liebe Grüße und alles Gute auf dem Weg durch diese Woche.
Mögen sich die Stunden gut aneinanderreihen und uns immer wieder Augenblicke schenken, in denen wir nicht nur
funktionieren, sondern das Leben selbst wahrnehmen.
Wir brauchen keine Kriege.
Wir brauchen keine Zerstörung.
Und wir brauchen keine immer neuen Spaltungen zwischen Menschen.
Was wir brauchen, ist Vernunft – eine Vernunft, die nicht nur nach Macht, Erfolg und Gewinn fragt, sondern
wieder zu den tieferen Seiten des Lebens findet.
Denn bevor wir Menschen Grenzen gezogen, Staaten geschaffen, Geld erfunden oder unterschiedliche
gesellschaftliche Systeme aufgebaut haben, war das Leben bereits da.
Wir sind ein Teil davon.
Vielleicht sollten wir deshalb häufiger still werden und uns fragen:
Was erhält das Leben?
Was verbindet Menschen miteinander?
Was können wir bewahren, anstatt es zu zerstören?
Und welchen Weg können wir gehen, wenn das Leben gerade schwierig erscheint?
Nicht jeder Augenblick lässt sich verändern. Doch wir können entscheiden, wie wir ihm
begegnen.
Wir können zuhören, wo andere nur noch gegeneinander sprechen.
Wir können verbinden, wo Trennung entstanden ist.
Wir können schützen, wo Leben verletzlich geworden ist.
Und wir können versuchen, auch in schwierigen Zeiten jene Sprache wiederzufinden, die Menschen nicht
gegeneinanderstellt.
Die Sprache des Lebens.
Sie braucht keine großen Bühnen und keine Superstars. Manchmal zeigt sie sich in einer ausgestreckten Hand,
einem guten Wort, in Rücksicht, Fürsorge und in der Bereitschaft, einen anderen Menschen überhaupt noch wahrzunehmen.
Gehen wir deshalb aufmerksam durch die kommenden Tage.
Nicht gegeneinander, sondern miteinander.
Nicht für Zerstörung, sondern für das Leben.
Nicht für immer tiefere Spaltung, sondern für Gemeinschaft.
In diesem Sinne wünsche ich von Herzen eine gute Woche – mit Frieden, Gemeinschaft und, soweit es das Leben
ermöglicht, Gesundheit.
?️ Frieden für das Leben.
? Gemeinschaft für unsere Erde.
? Und Menschlichkeit auf unserem gemeinsamen Weg.
Die Wurzel der Liebe
Noch bevor ein Mensch seinen ersten Atemzug macht, hat seine Geschichte längst begonnen.
Verborgen und geschützt wächst neues Leben heran. Aus zwei Menschen ist etwas Neues entstanden – ein kleines
Wesen mit einem eigenen Herzen, einem eigenen Weg und einer Zukunft, von der noch niemand weiß, wohin sie führen wird.
Als das Kind geboren wird, öffnet es zum ersten Mal die Augen zu einer Welt, die ihm vollkommen unbekannt
ist. Es kennt weder Geld noch Besitz. Es kennt keine Berufe, keine Grenzen und keine gesellschaftlichen Unterschiede.
Es kennt zunächst nur Wärme und Kälte, Hunger und Sättigung, Nähe und Entfernung.
Und es braucht andere Menschen.
Eine Hand nimmt seine kleine Hand. Arme tragen es, wenn es selbst noch nicht gehen kann. Jemand wacht in der
Nacht auf, wenn es weint. Jemand gibt ihm Nahrung, schützt es und spricht mit ihm, lange bevor es die Bedeutung der Worte verstehen kann.
So beginnt die Wurzel der Liebe zu wachsen.
Sie ist nicht sichtbar wie die Wurzel eines Baumes. Niemand kann sie ausgraben und in die Hand nehmen. Und
dennoch trägt sie etwas, das für das Leben von großer Bedeutung ist.
Mit den Jahren wächst das Kind.
Es fällt hin und steht wieder auf. Es macht Fehler, lernt, lacht und weint. Manchmal versteht es seine Eltern
nicht. Manchmal verstehen die Eltern ihr Kind nicht. Denn Liebe bedeutet nicht, dass Menschen immer einer Meinung sind oder niemals Fehler machen.
Auch Eltern sind Menschen.
Sie tragen ihre eigenen Geschichten, Hoffnungen, Ängste und Erfahrungen in sich. Manche können viel geben,
andere weniger. Manche Familien bleiben zusammen, andere gehen getrennte Wege. Und manchmal übernehmen auch andere Menschen jene Verantwortung und Fürsorge, die ein Kind zum Leben
braucht.
Doch die ursprüngliche Verbindung zum Leben bleibt eine besondere Wurzel: Jeder Mensch ist aus Leben
hervorgegangen.
Eines Tages ist aus dem kleinen Kind ein erwachsener Mensch geworden.
Nun steht es selbst vor einem Baum.
Der Baum ist alt. Seine Äste reichen weit in den Himmel, während seine Wurzeln tief unter der Erde verborgen
liegen.
Da begreift der Mensch etwas:
Man sieht an einem Baum zuerst seine Krone, seine Blätter und seine Früchte. Doch all das könnte ohne die
unsichtbaren Wurzeln nicht bestehen.
Vielleicht ist es beim Menschen ähnlich.
Wir sehen, was ein Mensch geworden ist. Wir sehen seine Arbeit, seine Entscheidungen, seine Erfolge und
manchmal auch seine Fehler. Doch vieles von dem, was ihn trägt, begann lange vorher – in Beziehungen, Erfahrungen, Fürsorge und in dem Leben, das ihm weitergegeben wurde.
Der Mensch legt seine Hand auf die Rinde des Baumes und denkt an seine Eltern.
Nicht alles war vollkommen.
Nicht alles musste vollkommen sein.
Denn Liebe besteht nicht darin, ein fehlerloses Leben zu erschaffen. Sie zeigt sich auch darin, Leben zu
schützen, Verantwortung zu übernehmen, füreinander da zu sein und einem anderen Menschen die Möglichkeit zu geben, seinen eigenen Weg zu finden.
Da versteht er auch, dass eine Wurzel nicht dafür da ist, einen Baum für immer am Boden
festzuhalten.
Sie gibt ihm Halt, damit er wachsen kann.
Und genauso darf ein Kind eines Tages seinen eigenen Weg gehen.
Vielleicht wird es selbst Mutter oder Vater. Vielleicht gibt es seine Fürsorge auf andere Weise weiter – an
andere Menschen, an Tiere, an die Natur oder an jemanden, der gerade eine helfende Hand braucht.
Denn Liebe muss nicht dort enden, wo sie begonnen hat.
Sie kann weitergegeben werden.
Von einem Menschen zum nächsten.
Von einer Generation zur nächsten.
Und manchmal genügt eine einzige gute Handlung, damit aus einer alten Wurzel ein neuer Zweig
entsteht.
Als der Mensch schließlich unter dem alten Baum hervorkommt, fällt ein Sonnenstrahl durch die Blätter auf
seinen Weg.
Er lächelt.
Jetzt weiß er:
Wir tragen unsere Wurzeln in uns. Aber wir entscheiden mit darüber, welche neuen Zweige daraus
wachsen.
Und solange Menschen Leben achten, füreinander Verantwortung übernehmen und Liebe weitergeben, wächst dieser
unsichtbare Baum weiter.
Seine älteste Wurzel liegt dort, wo alles begann:
im Leben selbst.