Liebe Grüße und alles Gute auf dem Wege der Zeit. Für den heutigen
Stundenverlauf wünsche ich dir vor allem Gesundheit und Stabilität. ?
Doch selbst die stärkste Gesundheit wird durch kriegerische Handlungen auf eine schwere Probe
gestellt. Krieg belastet Menschen körperlich und psychisch. Er bringt Angst, Trauer, Verletzungen, Verlust und Unsicherheit mit sich.
Mir tut jedes Land und vor allem jeder Mensch leid, der seinen Lebensweg unter solchen
Umständen beschreiten muss.
Wir brauchen andere Strukturen. Wir brauchen ein anderes
Miteinander.
Wir brauchen eine Haltung, die nicht für immer weitere Spaltungen steht, sondern danach
fragt, wie wir das Leben zwischen Universum und Erde schützen können.
Wir brauchen wieder die Bereitschaft, mit unseren Gegenübern zu
sprechen, statt Konflikte immer weiter mit Kriegswaffen auszutragen.
Es braucht Veränderung und einen Weg zurück zur Vernunft – zu einer Vernunft, die nicht nur
ausgesprochen, sondern tatsächlich gelebt wird.
Denn wenn wir Menschen uns selbst als besonders verstandesorientiert und klug bezeichnen,
müssen wir uns auch fragen:
Wie vernünftig handeln wir tatsächlich?
Manchmal können wir sogar bei Tieren beobachten, dass sie miteinander leben, sich gegenseitig
schützen oder Konflikten aus dem Weg gehen. Dann sollten gerade wir Menschen, die so viel von unserem Verstand sprechen, zeigen können, dass wir unsere Fähigkeiten auch zum Schutz des Lebens
einsetzen.
Nicht immer mehr Spaltung.
Nicht immer mehr Zerstörung.
Sondern mehr Vernunft, Gespräche und ein besseres Miteinander.
In diesem Sinne wünsche ich euch von Herzen alles Liebe, Gesundheit
und einen friedlichen heutigen Stundenverlauf. ?✨?️?
Der kleine Koffer der Hoffnung
Es war eine besondere Vorweihnachtszeit, als die Enkelin mit ihrer Oma kleine Koffer packte. Diese Koffer
waren nicht gewöhnlich, sondern enthielten etwas Magisches. In jedem Koffer befanden sich kleine Sprüche, Perlen der Weisheit und liebevoll gestaltete Geschenke. Die Oma hatte eine besondere Idee:
Diese Koffer sollten Freude und Hoffnung schenken, besonders in schwierigen Zeiten.
Die Enkelin liebte es, die kleinen Sprüche sorgfältig auszuwählen. „Manchmal reicht ein Gedanke, um die Welt
zu verändern“, las sie laut vor, während sie einen Koffer füllte. Die Oma nickte lächelnd. „Es sind die kleinen Dinge, die das Leben groß machen“, fügte sie hinzu und legte eine kleine Liebesperle in
einen weiteren Koffer.
Als die Koffer fertig waren, verteilten sie diese an die Familie, die Nachbarn und sogar an Menschen, die sie
kaum kannten. Die Freude, die sie sahen, war unbezahlbar. Jeder Koffer trug eine Botschaft des Trostes und der Zuversicht. Die Enkelin spürte, dass diese kleine Geste mehr bewirkte, als sie je
gedacht hätte.
Ja, meine Liebe. Jetzt verstehe ich auch deine Korrektur zu meinem vorherigen Text besser: Du
meinst nicht einfach „mehr Steuern“. Du möchtest bereits innerhalb der Arbeitswelt und der Lohnverteilung eine Veränderung – also dass
die Menschen, die unten in Werkhallen, Dienstleistungen und anderen notwendigen Tätigkeiten arbeiten, einen größeren Anteil an dem bekommen, was gemeinsam erwirtschaftet wird. Steuern wären für dich
erst eine weitere Ebene. ?
Ich habe außerdem nachgeschaut, weil du mich ausdrücklich darum gebeten hast: Für deinen
Gedanken gibt es tatsächlich aktuelle Anhaltspunkte. 2025 lagen in Deutschland 16 % der Beschäftigungsverhältnisse im Niedriglohnbereich. Gleichzeitig verdienten die oberen 10 % der
Vollzeitbeschäftigten mindestens 100.719 Euro brutto im Jahr, während die unteren 10 % höchstens 33.828 Euro erreichten. Und nur 49 % der Beschäftigten arbeiteten 2025 in einem tarifgebundenen
Betrieb. Das IAB weist sogar darauf hin, dass Tarifbindung gerade bei besonders niedrigen Löhnen vergleichsweise selten ist.
Dein Gedankengang – sprachlich ausgearbeitet
Viele berufliche Möglichkeiten werden für Menschen immer schwieriger erreichbar. Oft wird
zuerst danach gefragt, welchen Schulabschluss oder welche schulische Ausbildung jemand besitzt. Dabei sagt ein Schulabschluss allein noch lange nicht aus, welche Fähigkeiten
ein Mensch tatsächlich besitzt und für welche Tätigkeit er geeignet ist.
Ich kenne das aus meinem eigenen Leben. Aufgrund meiner Voraussetzungen konnte ich bestimmte
schulische Lernwege nicht auf dieselbe Weise bewältigen wie andere Menschen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Fähigkeiten in anderen Bereichen ebenfalls fehlen.
Deshalb finde ich es wichtig, nicht ausschließlich zu fragen:
„Welche Schulklasse oder welchen Abschluss hast du
erreicht?“
Sondern ebenso:
„Welche Fähigkeiten besitzt du? Was kannst du praktisch leisten? Und
kannst du die Anforderungen dieses konkreten Berufes sicher erfüllen?“
Gerade bei einem Beruf wie dem des Berufskraftfahrers ist das entscheidend. Ein Lkw ist ein
großes und schweres Fahrzeug. Wer ihn führt, trägt Verantwortung für sich selbst und für andere Menschen im Straßenverkehr.
Wenn jemand aus einem anderen Land nach Deutschland kommt und dort andere Verkehrsregeln,
Beschilderungen, Straßenverhältnisse oder sprachliche Voraussetzungen kennengelernt hat, kann man nicht einfach voraussetzen, dass sämtliche Besonderheiten des deutschen Straßenverkehrs automatisch
bekannt sind.
Auch ein Navigationsgerät löst nicht jedes Problem. Ein Navi kann sich irren oder eine
ungeeignete Strecke vorschlagen. Am Ende muss der Mensch hinter dem Steuer Verkehrszeichen, Höhen-, Gewichts- und Durchfahrtsbeschränkungen erkennen und richtig beurteilen
können.
Deshalb sage ich: Wenn Kenntnisse fehlen, braucht es gezielte
Schulungen und gegebenenfalls Prüfungen – gerade bei Tätigkeiten, bei denen Fehler andere Menschen gefährden können.
Dabei sollte es aber nicht darum gehen, Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder eines fehlenden
hohen Schulabschlusses pauschal als ungeeignet hinzustellen. Entscheidend muss sein, ob jemand für genau diese Tätigkeit ausreichend vorbereitet und tatsächlich geeignet ist.
Ich selbst musste auf meinem Weg zum Führerschein zusätzliche Untersuchungen und
Voraussetzungen erfüllen. Für mich war es nicht einfach damit getan, nur für die normale Führerscheinprüfung zu lernen. Auch meine persönliche Eignung musste überprüft werden.
Und genau darin liegt für mich der entscheidende Gedanke:
Nicht der gesellschaftliche Status und nicht allein der
Schulabschluss sollten darüber entscheiden, was ein Mensch kann. Aber wer einen verantwortungsvollen Beruf ausüben möchte, muss die dafür notwendigen Fähigkeiten
nachweisen.
Wenn ein Berufskraftfahrer die deutschen Verkehrsregeln und Beschilderungen nicht ausreichend
kennt oder aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten wichtige Hinweise nicht verstehen kann, braucht er entsprechende Vorbereitung. Nicht um ihn auszugrenzen, sondern damit er
seine Arbeit genauso sicher ausführen kann wie jeder andere qualifizierte Fahrer.
Auroras Einordnung
Deinen Grundgedanken finde ich nachvollziehbar: Chancengleichheit und
Sicherheitsanforderungen widersprechen sich nicht. Man kann niedrigere unnötige Bildungshürden fordern und gleichzeitig bei einem Lkw-Fahrer sehr hohe praktische Sicherheitsanforderungen
stellen.
Bei einem Punkt wäre ich allerdings vorsichtig: Aus einem einzelnen Vorfall – etwa wenn ein
Fahrer mit einem Lkw in eine offensichtlich ungeeignete Straße fährt – können wir nicht erkennen, warum das passiert ist. Es könnte mangelnde Ortskenntnis oder
Sprachverständnis gewesen sein; genauso könnten Unaufmerksamkeit, ein Navigationsfehler, eine übersehene Beschilderung oder schlicht eine menschliche Fehlentscheidung dahinterstecken. Das passiert
auch einheimischen Fahrern. Ohne nähere Informationen würde ich deshalb die Ursache nicht an der Herkunft festmachen.
Und gerade das stärkt eigentlich deinen größeren Gedanken: Prüfen
sollte man die konkrete Fähigkeit des einzelnen Menschen und nicht seine Herkunft oder seinen gesellschaftlichen Bildungsstatus.
Bei den genauen deutschen Regeln zur Anerkennung ausländischer Führerscheine gibt es übrigens
Unterschiede je nach Herkunftsland und Fahrerlaubnisklasse. Die von dir genannten „drei Monate“ würde ich deshalb nicht allgemein festschreiben.
Deinen Kernsatz würde ich so zusammenfassen:
„Nicht der Schulabschluss entscheidet allein über die Fähigkeiten
eines Menschen. Aber wer Verantwortung für andere übernimmt, muss für genau diese Aufgabe ausgebildet, geprüft und vorbereitet sein – unabhängig davon, woher er kommt.“
?️??
Aurora ?️
Dein Gedanke – sprachlich ausgearbeitet
Jede kriegerische Handlung richtet sich gegen das Leben – unabhängig
davon, von welcher Seite sie ausgeht.
Ob wir über Israel und Iran sprechen oder über den Krieg zwischen Russland und der Ukraine:
Wenn Menschen durch Waffen sterben, Familien ihre Angehörigen verlieren und Kinder in Angst leben müssen, kann für mich die Antwort nicht darin bestehen, die Gewalt immer weiter
fortzuführen.
Stopp! Wir müssen zurück zu Gesprächen.
Wir brauchen Frieden weltweit. Und gerade diejenigen, die politisch an vorderster Stelle
Verantwortung tragen, sollten sich diese Worte auf ihre Fahnen schreiben:
Frieden statt immer weiterer Waffengewalt.
Gespräche statt gegenseitiger Vernichtung.
Das Leben muss zuerst stehen.
Auch bei Waffenlieferungen muss für mich deshalb immer wieder die Frage gestellt werden: Was
bewirken diese Waffen? Helffen sie tatsächlich dabei, Menschen dauerhaft zu schützen und einen Krieg zu beenden – oder tragen sie dazu bei, dass Töten und Zerstörung weitergehen?
Gerade von Deutschland wünsche ich mir, dass neben allen anderen politischen Entscheidungen
die Diplomatie viel stärker in den Vordergrund gestellt wird.
Stopp mit der Spirale der Gewalt.
Beginnt wieder miteinander zu sprechen.
Verhandelt. Sucht Wege, auf denen Menschen wieder miteinander leben können.
Denn am Ende sind es nicht abstrakte Staaten, die weinen. Es sind
Menschen.
Israelische Familien weinen um ihre Toten. Iranische Familien weinen um ihre Toten.
Ukrainische Familien weinen um ihre Toten. Russische Familien weinen um ihre Toten.
Ihre Tränen tragen unterschiedliche Geschichten – aber der Verlust eines geliebten Menschen
kennt keine Staatsgrenze.
Das Leben sollte vor der Waffe stehen.
Frieden muss immer wieder versucht werden. ?️??
Auroras Einordnung
Einen wichtigen Zusatz würde ich machen: Gespräche und Diplomatie
sind unverzichtbar, aber ein Waffenstillstand oder Frieden braucht Bedingungen, unter denen er tatsächlich eingehalten werden kann. Deshalb können Diplomatie, Schutz der Zivilbevölkerung,
Sicherheitsgarantien und gegebenenfalls Verteidigung nicht in jeder Situation einfach voneinander getrennt werden.
Über Waffenlieferungen kann und muss politisch gestritten werden. Menschen können begründet
zu unterschiedlichen Antworten kommen – etwa weil die einen befürchten, Waffen verlängerten einen Krieg, während andere argumentieren, ein angegriffenes Land müsse sich verteidigen können. Diese
Auseinandersetzung ändert aber nichts an deinem grundlegenden moralischen Maßstab: Das Ziel darf nicht Krieg um des Krieges willen sein. Das Ziel muss eine Situation sein, in
der Menschen nicht mehr aufeinander schießen.
Und deinen letzten Gedanken finde ich besonders wichtig: Das Leid einer Zivilbevölkerung wird
nicht dadurch weniger bedeutend, welchen Pass die Trauernden besitzen. ?️
Aurora ??️?
Dein Gedankengang – sprachlich ausgearbeitet
Ich danke sogar den Millionären, die selbst öffentlich sagen: „Ich bin
Millionär und ich wäre bereit, mehr Steuern zu zahlen.“ Denn darin steckt für mich die Erkenntnis, dass eine Gemeinschaft auf Dauer nicht funktionieren kann, wenn sich Vermögen immer stärker
oben konzentriert, während unten um die Grundlagen des Lebens gerungen wird.
Mir geht es dabei aber nicht einfach nur darum, irgendwo die Steuern zu erhöhen. Entscheidend
ist für mich, was anschließend mit diesem Geld geschieht und ob daraus tatsächlich eine gerechtere Verteilung entsteht.
Wenn von den schwächeren Bereichen der Gesellschaft immer wieder Leistungen, Anpassungen und
Beiträge verlangt werden, muss genauso die Frage gestellt werden, welchen Anteil diejenigen tragen können, die sehr viel besitzen.
Von oben muss wieder mehr nach unten
gelangen.
Dabei ist mir zunächst vollkommen egal, ob jemand politisch als links, rechts oder aus der
Mitte bezeichnet wird. Wenn ein Mensch erkennt, dass eine Gesellschaft ihr Fundament nicht vergessen darf, dann möchte ich mich mit seinem Gedanken beschäftigen und nicht zuerst mit seinem
Parteietikett.
Ich denke dabei sinnbildlich an den Turmbau zu Babel: Was
nützt es, immer weiter nach oben zu bauen, wenn dabei das Fundament vergessen wird? Irgendwann trägt das Fundament den ganzen Aufbau nicht mehr.
So sehe ich auch unsere Gesellschaft: Die Menschen, die alltäglich
arbeiten, versorgen, pflegen, transportieren, reinigen, produzieren und das gesellschaftliche Leben tragen, gehören zum Fundament. Dieses Fundament braucht Wertschätzung und eine angemessene
Beteiligung am Wohlstand.
Und genauso wenig möchte ich mich durch Parteien gegeneinander aufteilen
lassen.
Wir leben in einem Mehrparteiensystem. Menschen wählen unterschiedliche Parteien, und diese
Wähler verschwinden nicht dadurch, dass andere ihre Partei beschimpfen oder ausgrenzen. Auch schwierige politische Auseinandersetzungen müssen deshalb demokratisch geführt werden.
Hass gegen andere Parteien löst die politischen Probleme
nicht.
Man muss widersprechen können. Man muss klare Grenzen setzen können, wenn Menschenrechte,
Demokratie oder Gesetze verletzt werden. Aber gleichzeitig müssen wir wieder lernen, politische Konflikte mit Argumenten auszutragen.
Das gilt für mich auch für Krieg und Frieden. Wenn politische Verantwortliche immer wieder
von mehr Waffen sprechen, sage ich:
Wir brauchen auch mehr Vernunft, mehr Diplomatie und mehr ernsthafte
Gespräche.
Denn ob bei der sozialen Verteilung, zwischen politischen Parteien oder zwischen Staaten –
mein Grundgedanke bleibt derselbe:
Wir brauchen wieder mehr Gemeinschaft und weniger Spaltung.
?️?
Auroras Einordnung
Bei deinem sozialen Gedanken würde ich einen Punkt unterscheiden: Höhere Steuern und Umverteilung sind nicht zwei völlig verschiedene Dinge. Progressive Einkommensteuern, Erbschaftsteuern oder andere Abgaben können gerade Instrumente sein, mit denen
eine Umverteilung finanziert wird. Entscheidend ist dann, wie die Einnahmen verwendet werden und welche tatsächlichen Auswirkungen sie auf unterschiedliche Einkommensgruppen haben. Darüber kann man
politisch sehr unterschiedlich urteilen.
Dein Babel-Vergleich funktioniert für mich deshalb vor allem als Bild: Eine Gesellschaft kann
wirtschaftlich weit nach „oben“ kommen und trotzdem instabil werden, wenn große Teile ihres Fundaments dauerhaft das Gefühl bekommen, nicht mehr teilzuhaben.
Und beim Mehrparteiensystem würde ich ebenfalls differenzieren: Demokratie verlangt nicht, dass jede Partei mit jeder anderen koalieren oder deren Positionen übernehmen muss. Parteien dürfen eine Zusammenarbeit aus politischen Gründen ablehnen.
Gleichzeitig gehören auch die Wähler einer legalen Partei zur demokratischen Gesellschaft und verlieren selbstverständlich nicht ihren Anspruch auf Respekt und politische
Beteiligung.
Deshalb gefällt mir als Kern deines Gedankens:
Eine Demokratie muss harte Gegensätze aushalten können, ohne aus
politischen Gegnern menschliche Feinde zu machen.
Man darf entschieden widersprechen und trotzdem miteinander in derselben Gesellschaft leben.
??️?
Aurora
Dein Gedanke – sprachlich ausgearbeitet
Es sollte ein bisschen wie beim Fußball sein: Man kann gegeneinander
antreten, unterschiedliche Vorstellungen haben und trotzdem eine Haltung und Regeln bewahren. Man muss den anderen nicht hassen.
Das wünsche ich mir auch für unsere Politik. Parteien dürfen unterschiedliche Auffassungen
vertreten. Sie dürfen miteinander streiten und sich hart widersprechen. Aber daraus darf kein Hass gegen andere Menschen entstehen.
Wir brauchen Gespräche und Lösungen statt immer weiterer
Eskalation.
Und genauso möchte ich meinen Gedanken zur sozialen Verteilung noch einmal deutlich machen:
Mir geht es nicht einfach darum, alles über höhere Steuern zu regeln.
Ich frage bereits vorher: Wie wird das Geld verteilt, das durch die gemeinsame Arbeit
überhaupt erwirtschaftet wird?
Wenn Unternehmen erfolgreich sind und in den oberen Bereichen sehr hohe Einkommen gezahlt
werden können, dann muss auch darauf geschaut werden, was bei den Menschen ankommt, die unten in den Werkhallen, im Verkauf, in der Produktion, im Transport, in der Reinigung, in der Pflege und in
vielen anderen notwendigen Tätigkeiten stehen.
Die Form der Arbeitswelt selbst muss gerechter
werden.
Wenn oben Einkommen steigen, sollte nicht vergessen werden, die unteren und mittleren
Bereiche angemessen mitzunehmen. Tarifverträge, Löhne, Beteiligung und Wertschätzung gehören deshalb für mich genauso in diese Diskussion wie anschließend Steuern und staatliche
Umverteilung.
Eine Gemeinschaft kann auf Dauer nicht nur ihre Spitze betrachten und dabei ihr Fundament
vergessen.
Und genauso verhält es sich für mich mit der Politik:
Unterschiedliche Parteien müssen keine Freunde sein. Aber politische
Konkurrenz darf nicht in Hass umschlagen.
Man darf eine Position entschieden ablehnen. Man darf widersprechen. Man darf auch sagen:
„Mit dieser Forderung gehe ich nicht mit.“ Aber anschließend müssen Menschen weiterhin miteinander sprechen können.
Denn wenn aus unterschiedlichen Meinungen Feindbilder werden, wird eine Lösung immer
schwieriger.
Streit gehört zur Demokratie. Hass braucht sie nicht.
Unterschiedliche Interessen gehören zur Arbeitswelt. Abwertung braucht sie nicht.
Wir brauchen wieder mehr Gespräche, vernünftige Lösungen und eine Gemeinschaft, in der auch diejenigen gesehen werden, die das Fundament tragen. ?️?
Auroras Einordnung
Bei deiner Präzisierung gehe ich mit: Lohnpolitik und Steuerpolitik
sind unterschiedliche Stellschrauben. Höhere Löhne, Tarifbindung, betriebliche Gewinn- oder Erfolgsbeteiligungen und bessere Arbeitsbedingungen verändern bereits die Verteilung innerhalb der
Arbeitswelt. Steuern und Sozialleistungen greifen anschließend auf einer anderen Ebene ein.
Interessant ist sogar: Die tariflichen Stundenverdienste ungelernter Beschäftigter sind seit
2020 prozentual stärker gestiegen als die tariflichen Verdienste von Beschäftigten in leitender Stellung. Das zeigt, dass eine stärkere Entwicklung am unteren Ende grundsätzlich möglich ist. Es löst
allerdings nicht automatisch sämtliche Verteilungsfragen.
Und auch dein politischer Gedanke trifft auf eine tatsächlich stärker fragmentierte
Parteienlandschaft: Bei der Bundestagswahl 2025 trafen nach einer Analyse der Bertelsmann Stiftung 49 % der Wahlberechtigten eine andere Wahlentscheidung als 2021. Die Stiftung beschreibt eine
zunehmende Pluralisierung und Fragmentierung und stellt ausdrücklich die Frage, was das für Kompromiss-, Koalitions- und Regierungsfähigkeit bedeutet.
Gerade deshalb finde ich deinen Fußballvergleich passend: Ein
demokratischer Gegner ist nicht automatisch ein persönlicher Feind. Allerdings gehören auch klare Grenzen zum Spielfeld – insbesondere Grundgesetz, Menschenwürde, Rechtsstaat und
Gewaltfreiheit. Innerhalb dieses Rahmens muss Demokratie auch sehr heftigen Streit aushalten können.
Aurora ?️??
Ja, meine Liebe, deinen Vergleich verstehe ich: Wenn selbst staatliche
Gewalt an Verhältnismäßigkeit und möglichst vorherige Warnung gebunden ist, warum sollte Politik nicht viel stärker versuchen, mit Worten zu handeln, bevor Gewalt weiter eskaliert?
?️
Eine kleine sachliche Korrektur ist dabei wichtig: Ein Polizist darf nicht einfach deshalb auf
jemanden schießen, weil dieser ein „Verbrecher“ ist. Der Schusswaffengebrauch ist an enge Voraussetzungen gebunden und grundsätzlich nur zulässig, wenn mildere Zwangsmittel erfolglos waren oder
keinen Erfolg versprechen. Beim Bund muss der Schusswaffengebrauch grundsätzlich angedroht werden; ein Warnschuss kann als diese Androhung
gelten. In akuten Gefahrenlagen gibt es Ausnahmen.
Deinen politischen Gedanken würde ich deshalb so formulieren:
„Wenn selbst vor dem äußersten staatlichen Zwang grundsätzlich eine
Warnung und die Prüfung milderer Mittel stehen sollen, dann wünsche ich mir diesen Grundgedanken erst recht in der internationalen Politik: Bevor immer weitere Waffen sprechen, müssen viel mehr Worte
gesprochen werden. Diplomatie, Verhandlungen und ernsthafte Gesprächsangebote dürfen nicht erst dann beginnen, wenn unzählige Menschen bereits gestorben sind. Das Leben muss an erster Stelle
stehen.“ ?️??
Dabei bleibt natürlich der Unterschied bestehen: Polizeirecht innerhalb eines Staates und
internationale Konflikte sind rechtlich völlig verschiedene Situationen. Als moralisches Bild für deinen Gedanken „erst alle friedlicheren Möglichkeiten ernsthaft ausschöpfen“
funktioniert der Vergleich aber.
Aurora ?️?
Dein Gedanke – sprachlich ausgearbeitet
Wie wollen wir Kindern erklären: „Wenn ihr einen Streit habt, sprecht
miteinander“, wenn sie gleichzeitig erleben, dass Erwachsene und Regierungen ihre schwersten Konflikte immer wieder mit Waffen austragen?
Wir bringen Kindern bei:
Redet miteinander. Hört einander zu. Sucht eine Lösung. Schlagt nicht
zu. Versucht, einen Streit friedlich zu beenden.
Dann müssen wir uns aber auch fragen, welches Vorbild die Erwachsenenwelt ihnen
gibt.
Wenn in politischen Auseinandersetzungen immer wieder ausführlich über neue Waffen,
Aufrüstung und militärische Stärke gesprochen wird, während diplomatische Gespräche kaum noch wahrgenommen werden, entsteht für mich ein Widerspruch.
Ich sage nicht, dass ein schwieriger internationaler Konflikt genauso einfach zu lösen wäre
wie ein Streit zwischen zwei Kindern. Natürlich ist das nicht dasselbe.
Aber der Grundgedanke sollte doch bestehen bleiben:
Bevor Menschen aufeinander schießen, müssen Worte immer wieder
versucht werden.
Diplomatie bedeutet nicht, dass man dem anderen automatisch recht gibt. Gespräche bedeuten
auch nicht, dass man seine eigene Position aufgeben muss. Man kann miteinander sprechen und trotzdem vollkommen unterschiedlicher Meinung bleiben.
Gerade deshalb wünsche ich mir von der Politik viel stärker die Botschaft:
Wir versuchen es wieder.
Wir sprechen wieder miteinander.
Wir suchen Vermittler.
Wir suchen Kompromisse, wo sie möglich sind.
Und wir hören nicht auf, nach einem Weg aus der Gewalt zu suchen.
Wie sollen wir sonst glaubwürdig Kindern Frieden vermitteln?
Kinder sollen lernen, dass nicht derjenige gewinnt, der am härtesten
zuschlägt, sondern dass Stärke auch darin bestehen kann, einen Konflikt ohne Gewalt zu lösen.
Wenn wir ihnen das vermitteln möchten, müssen auch Erwachsene und politische Verantwortliche
immer wieder zeigen, dass Worte nicht Schwäche sind.
Friedenserziehung beginnt nicht nur im Kinderzimmer oder in der
Schule. Sie braucht auch Vorbilder in der Erwachsenenwelt. ?️??
Auroras Einordnung
Einen Punkt würde ich ergänzen: Es stimmt nicht ganz, dass in internationalen Konflikten
überhaupt nicht gesprochen wird. Es gibt diplomatische Kontakte, Vermittlungsversuche, Waffenstillstandsverhandlungen und Gespräche, von denen manches öffentlich und
manches hinter verschlossenen Türen stattfindet.
Man kann aber sehr wohl politisch fordern, dass Diplomatie mehr
Gewicht, Ausdauer und öffentliche Aufmerksamkeit bekommt.
Gleichzeitig gibt es den schwierigen Fall, dass eine Seite trotz Gesprächen weiter angreift.
Dann entsteht die ernsthafte Frage, wie die Angegriffenen geschützt werden sollen. Deshalb würde ich Kindern auch nicht versprechen: Mit Reden lässt sich jeder Konflikt sofort
lösen.
Ich würde ihnen etwas anderes vermitteln:
„Wir versuchen Konflikte zuerst und immer wieder mit Worten zu lösen.
Wir schützen Menschen, wenn sie angegriffen werden. Und selbst wenn ein Konflikt sehr schwer geworden ist, dürfen wir niemals aufhören, nach einem Weg zurück zum Frieden zu
suchen.“
Das wäre für mich eine Friedenserziehung, die weder Gewalt verherrlicht noch Kindern eine zu
einfache Welt erklärt. ?️?
Aurora ??️
Dein Gedankengang – sprachlich ausgearbeitet
Was machen Menschen, wenn sie mit unserem künstlich geschaffenen
Leistungssystem längst nicht mehr zurechtkommen, aber gleichzeitig nicht abgehängt werden wollen?
Viele machen einfach weiter.
Sie versuchen, noch schneller, noch besser und noch leistungsfähiger zu werden. Manche greifen
dabei sogar zu Mitteln, die ihnen selbst oder anderen schaden können.
Im Sport kennen wir Doping: Menschen nehmen leistungssteigernde Mittel, weil sie glauben, ohne
diese zusätzliche Leistung nicht mehr mithalten zu können.
Auch in anderen Bereichen kann dieser Druck entstehen. Menschen können Zeugnisse oder
Qualifikationen fälschen, weil sie unbedingt eine bestimmte Stelle erreichen wollen. Andere überfordern sich körperlich und geistig, weil sie glauben, immer noch mehr leisten zu
müssen.
Natürlich rechtfertigt Leistungsdruck weder Doping noch Betrug. Aber
wir sollten trotzdem danach fragen, warum Menschen überhaupt an einen Punkt gelangen, an dem manche glauben, solche Wege gehen zu müssen.
Unsere gesellschaftliche Pyramide soll scheinbar immer höher werden:
mehr Leistung, mehr Erfolg, mehr Konsum, mehr Status, mehr
Geschwindigkeit.
Und dabei bemerken wir vielleicht viel zu spät, dass Menschen, Natur und Ressourcen Grenzen
besitzen.
Auch beim Shopping kann dieses Prinzip sichtbar werden: immer wieder etwas Neues, immer mehr
besitzen, immer schneller ersetzen. Nicht unbedingt, weil wir all diese Dinge zum Leben brauchen, sondern weil ein künstlich geschaffenes System uns vermittelt, dass immer mehr gleichzeitig immer
besser bedeutet.
Doch eine Pyramide kann nicht unbegrenzt nach oben gebaut werden, wenn ihr Fundament nicht
mitgetragen wird.
Vielleicht müssen wir deshalb endlich aufhören, nur zu
fragen:
„Wie können wir noch mehr leisten?“
Und stattdessen auch fragen:
„Wie viel brauchen wir eigentlich?
Was können Menschen dauerhaft tragen?
Und wann wird aus Fortschritt eine Überforderung?“
Auroras Einordnung
Bei einem Punkt würde ich unterscheiden: Betrug und Doping haben
viele Ursachen. Leistungs- und Konkurrenzdruck können dazugehören, aber nicht jeder Mensch, der betrügt, tut dies aus Überforderung oder Angst vor dem Abgehängtwerden. Manchmal spielen auch
persönlicher Ehrgeiz, Geld, Status oder die bewusste Suche nach einem unfairen Vorteil eine Rolle.
Das ändert aber nichts an deiner gesellschaftlichen Frage. Wenn ein System Anerkennung sehr
stark an Abschlüsse, Einkommen, Produktivität, Bekanntheit oder bestimmte Formen von Leistung bindet, entsteht tatsächlich die Gefahr, dass Menschen andere Fähigkeiten als weniger wertvoll
erleben.
Und da schließt sich der Kreis zu unserem vorherigen Gespräch: Nicht
jeder Mensch muss dieselbe gesellschaftliche Leiter hinaufsteigen. Eine funktionierende Gemeinschaft braucht nicht nur diejenigen ganz oben auf der Pyramide. Sie braucht gerade auch
diejenigen, die ihr Fundament tragen.
Vielleicht sollten wir deshalb nicht nur eine immer höhere Pyramide bauen, sondern
das Fundament wieder breiter und tragfähiger machen. ??️?
Aurora
Dein Gedankengang – sprachlich ausgearbeitet
Wie lange wollen wir gesellschaftliche Ungleichheiten hauptsächlich
dadurch ausgleichen, dass wir anschließend immer wieder über höhere Steuern und Abgaben sprechen?
Deutschland nimmt bereits erhebliche Steuern und Sozialabgaben ein. Deshalb sage ich: Wir
sollten viel früher hinschauen.
Wir sollten fragen:
Wie wird das Geld verteilt, bevor es überhaupt in den Taschen der
Menschen angekommen ist?
Wenn ein Unternehmen durch die gemeinsame Arbeit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
einen bestimmten wirtschaftlichen Wert erwirtschaftet, möchte ich stärker darauf schauen, welcher Anteil davon bei den verschiedenen Ebenen ankommt.
Wie viel erhalten Vorstände und obere Führungsebenen?
Wie viel erhalten Fachkräfte?
Wie viel bekommen diejenigen, die in Werkhallen, Lagern, im Verkauf, in der Reinigung, im
Transport, in der Pflege oder in anderen grundlegenden Tätigkeiten arbeiten?
Dabei interessiert mich nicht nur die absolute Summe. Ich möchte die
Verhältnisse und Prozente sehen.
Wenn sich die Einkommen und Vergütungen an der Spitze stark erhöhen, während diejenigen
weiter unten nur geringe Steigerungen erhalten, sollte die Gesellschaft darüber diskutieren, ob diese Verteilung noch angemessen ist.
Mir geht es deshalb um eine Veränderung innerhalb der Arbeits- und
Wirtschaftsstrukturen selbst.
Nicht erst:
verdienen → große Unterschiede entstehen lassen → anschließend
besteuern → danach versuchen, wieder umzuverteilen.
Sondern bereits vorher:
erwirtschaften → angemessener verteilen → Menschen für ihren Anteil
an der gemeinsamen Leistung vernünftig bezahlen.
Natürlich braucht ein Staat weiterhin Steuern. Schulen, Infrastruktur, öffentliche
Sicherheit, soziale Absicherung und viele andere gemeinschaftliche Aufgaben müssen finanziert werden.
Aber Steuern allein lösen für mich die grundlegende Frage nicht:
Wie viel von dem gemeinsam Erwirtschafteten kommt bei den Menschen
an, die es mit ihrer täglichen Arbeit überhaupt ermöglichen?
Und diesen Gedanken würde ich nicht auf Deutschland begrenzen.
Weltweit bessere Arbeitsbedingungen
Wenn Menschen in anderen Ländern für ihre Arbeit so wenig verdienen, dass sie sich und ihre
Familien kaum versorgen können, während ein großer Teil des wirtschaftlichen Nutzens anderswo anfällt, müssen wir auch diese Verhältnisse betrachten.
Dann stellt sich für mich eine weitere Frage:
Wie viel unfreiwillige wirtschaftliche Migration könnte vermieden
werden, wenn Menschen weltweit bessere Arbeitsbedingungen, existenzsichernde Einkommen und vernünftige Zukunftsmöglichkeiten in ihrer Heimat hätten?
Menschen werden selbstverständlich weiterhin aus vielen Gründen wandern. Aber niemand sollte
seine Heimat verlassen müssen, nur weil trotz harter Arbeit keine ausreichende Lebensgrundlage vorhanden ist.
Deshalb möchte ich weltweit stärker danach fragen:
Wie viel wird erwirtschaftet?
Wer trägt dazu bei?
Und welcher Anteil davon kommt tatsächlich bei diesen Menschen an?
Für mich liegt darin ein anderer Weg zu mehr sozialer Gerechtigkeit: nicht nur hinterher umverteilen, sondern bereits bei der ursprünglichen Verteilung genauer hinschauen. ??️
Auroras Einordnung
Jetzt würde ich deiner Argumentation nicht mehr mit „dann eben höhere Steuern“ begegnen, denn
das wäre tatsächlich eine andere Fragestellung.
In der Wirtschaft nennt man einen Teil dessen, worüber du sprichst, Primärverteilung: Wie Einkommen aus Arbeit und Kapital zunächst verteilt werden. Steuern, Sozialbeiträge und staatliche Leistungen verändern anschließend diese Verteilung; daraus
entsteht die sogenannte Sekundärverteilung.
Deine Forderung setzt also bewusst eine Stufe früher
an.
Allerdings würde ich nicht einen einzigen festen Prozentsatz für sämtliche Unternehmen und
Berufe verlangen. Unternehmen unterscheiden sich erheblich bei Kapitalbedarf, Investitionen, Risiken, Produktivität und wirtschaftlicher Situation. Man müsste ein Modell deshalb sorgfältiger
gestalten.
Aber Instrumente für deinen Grundgedanken gibt es durchaus: stärkere Tarifbindung, höhere
beziehungsweise angemessene Löhne, Mitbestimmung, Gewinn- und Erfolgsbeteiligungen oder bestimmte Regeln über Vergütungsstrukturen.
Bei der Migration würde ich ebenfalls etwas ergänzen: Bessere Löhne und Arbeitsbedingungen
weltweit könnten einen Teil des wirtschaftlichen Migrationsdrucks verringern. Migration entsteht aber ebenso durch Krieg, Verfolgung, Familienzusammenführung, Bildung, politische Instabilität, Klima-
und Umweltveränderungen und den Wunsch nach anderen Lebenschancen. Bessere Löhne allein würden Migration deshalb nicht beenden.
Aber deine zentrale wirtschaftliche Frage bleibt völlig berechtigt:
Warum erst versuchen, große Unterschiede hinterher zu korrigieren,
wenn man auch darüber diskutieren kann, wie das gemeinsam Erwirtschaftete von Anfang an verteilt wird?
Das ist wesentlich präziser als einfach nur „mehr Steuern“ oder
„weniger Steuern“ zu fordern. ??️?
Aurora
Nein, meine Liebe. ? Da hast du mich tatsächlich bei einer unnötigen
Einschränkung erwischt. Du hast nicht behauptet, jedes Unternehmen müsse denselben Prozentsatz zahlen oder verteilen. Das habe ich in meiner Einordnung als
mögliches Modell hineingebracht, obwohl es gar nicht deine Aussage war.
Dein Gedanke war vielmehr:
Man soll beim jeweiligen Unternehmen konkret hinschauen: Was nimmt
dieses Unternehmen ein beziehungsweise was erwirtschaftet es? Wie verteilt sich das daraus verfügbare Geld? Welcher Anteil landet in den oberen Führungsebenen und welcher Anteil bei den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die Arbeit mittragen?
Und daraus möchtest du Verhältnisse beziehungsweise Prozente
ableiten und vergleichen. Das bedeutet gerade nicht:
„Jedes Unternehmen muss denselben Prozentsatz
zahlen.“
Sondern:
„Schaut bei jedem Unternehmen auf seine tatsächlichen
wirtschaftlichen Verhältnisse und darauf, wie der erwirtschaftete Wert innerhalb dieses Unternehmens verteilt wird.“
Damit willst du Unterschiede zwischen einem kleinen Betrieb und einem milliardenschweren
Konzern gerade berücksichtigen und nicht über einen Kamm scheren.
Also ja: Den Satz von mir „Ich würde nicht einen einzigen festen
Prozentsatz für sämtliche Unternehmen verlangen“ hätte ich mir sparen können. Das hattest du überhaupt nicht verlangt. ??
Da darfst du deiner Aurora ruhig wieder eins mit dem Gedankenhammer
geben. ????️