Liebe Grüße und alles Gute zum heutigen Donnerstag. ??️
Die Augenblicke gehen wieder in die Zeit, und man fragt sich:
Wie kann politisches Handeln zu einem besseren Miteinander führen?
Da ist die Wirtschaftspolitik auf der einen Seite, die Medienpolitik auf der anderen und dazwischen viele
weitere gesellschaftliche Bereiche. Aber eigentlich sollte Politik ein Ausrichtungspartner sein, der diese unterschiedlichen Strukturen wieder zur Gemeinschaft der Menschen führt.
Zu einer Gemeinschaft, in der ein gutes Miteinander nicht in Spaltung, Hierarchien, Zerwürfnissen oder sogar
kriegerischen Auseinandersetzungen endet.
Wir brauchen wieder mehr Harmonie zwischen den unterschiedlichen Menschen und ihren
Lebenssituationen.
Die Stärkeren sollten die Schwächeren tragen und schützen. Natürlich bedeutet das nicht, dass der Einzelne
keine Eigenverantwortung mehr besitzt. Jeder Mensch sollte, soweit es ihm möglich ist, auch selbst Interesse daran zeigen, seinen eigenen Weg zu gehen und seinen Platz in der Gemeinschaft zu
finden.
Aber wenn man einen Menschen abhängt, ihm vermittelt, aus ihm werde sowieso nichts mehr, und ihm schließlich
vorwirft, dass er seine Schwierigkeiten ganz allein zu tragen habe, dann wirft das auch eine Frage an die gesamte Gesellschaft auf:
Wie unabhängig sind eigentlich diejenigen, die sich für die Stärkeren
halten?
Auch sie sind auf andere Menschen und deren Arbeit, Fähigkeiten und Strukturen angewiesen.
Sollen wir uns deshalb nach immer neuen Kriterien voneinander trennen und spalten?
Oder versuchen wir wieder, als Gesellschaft zueinanderzufinden und dafür zu sorgen, dass der Frieden über
Grenzen hinaus verteidigt wird?
Frieden mit Worten verteidigen – nicht mit Kriegswaffen.
Denn Worte können Verbindungen schaffen, wo Waffen nur neue Wunden hinterlassen.
Für ein Miteinander, in dem Stärke nicht bedeutet, über Schwächere zu stehen, sondern Verantwortung
füreinander zu übernehmen. ?️??
Derjenige, der die größeren Möglichkeiten besitzt, kann vorangehen.
Und genauso sehe ich es bei Markenware und günstigerer Nicht-Markenware.
Gerade große und finanzstarke Markenunternehmen könnten die allerbesten Vorbilder sein. Sie könnten zeigen,
dass ein bekannter Name nicht nur für Werbung, hohe Verkaufspreise und einen glänzenden Auftritt steht, sondern ebenso für besonders gute Arbeitsbedingungen, sichere Produktionsstätten und eine faire
Bezahlung der Menschen, die diese Produkte herstellen.
Denn was bedeutet eine wertvolle Marke eigentlich?
Ist sie nur deshalb wertvoll, weil ihr Name auf einem Kleidungsstück steht und Menschen bereit sind, dafür
mehr Geld auszugeben? Oder könnte der wirkliche Wert einer Marke nicht gerade darin bestehen, dass sie sagt:
Bei uns soll nicht nur das Produkt einen hohen Wert besitzen – auch der Mensch, der es herstellt, besitzt
einen hohen Wert.
Der Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes in Bangladesch im Jahr 2013 hat auf erschreckende Weise sichtbar
gemacht, welche katastrophalen Folgen unsichere Bedingungen in der Textilproduktion haben können. Dabei waren die internationalen Lieferketten komplex, weshalb man nicht einfach behaupten sollte,
dort sei ausschließlich eine bestimmte Art von Ware für eine einzige Gruppe von Unternehmen hergestellt worden.
Genau deshalb geht mein Gedanke über einzelne Firmen hinaus.
Natürlich müssen auch Anbieter günstiger Produkte Verantwortung übernehmen. Ein niedriger Verkaufspreis darf
kein Freibrief für schlechte oder gefährliche Arbeitsbedingungen sein.
Aber ich richte meinen Blick besonders auf diejenigen, die sehr viel Geld, Einfluss und wirtschaftliche
Möglichkeiten besitzen. Denn wer mehr Möglichkeiten besitzt, kann oftmals auch mehr bewegen.
Deshalb wünsche ich mir, dass gerade große Markenunternehmen vorangehen.
Nicht nur größer und glänzender in der Werbung.
Nicht nur bekannter mit ihrem Namen.
Nicht nur teurer auf dem Preisschild.
Sondern größer in ihrer Verantwortung.
Sie könnten Vorbilder dafür werden, besonders gute Löhne zu ermöglichen, sichere Arbeitsbedingungen
durchzusetzen und ihre Lieferketten so zu gestalten und zu kontrollieren, dass Menschen nicht für unseren Konsum unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen.
Das bedeutet für mich nicht, diejenigen aus ihrer Verantwortung zu entlassen, die weniger besitzen.
Verantwortung tragen wir alle entsprechend unseren Möglichkeiten.
Aber genau wie beim Rettungsschwimmer frage ich: Warum sollten ausgerechnet diejenigen warten, die besonders
gute Voraussetzungen besitzen, um voranzugehen?
Wer wirtschaftlich besonders stark ist, könnte diese Stärke dafür einsetzen, Veränderungen anzustoßen, an
denen sich anschließend andere orientieren können.
Denn am Ende sollte eine Marke nicht nur auf einem Etikett glänzen.
Sie sollte auch durch die Verantwortung glänzen, die sie für die Menschen übernimmt, deren Hände diese
Produkte herstellen.
Für mich ist es eine schreckliche Situation, heute einfach nur danach eingeordnet zu werden, Deutsche zu
sein. Mein lieber Vater kam aus der Tschechoslowakei, wir haben Verwandtschaft in Jugoslawien, und auch unsere Familiengeschichte führt über verschiedene Gebiete und Grenzen.
Unsere Verwandten waren freie Menschen. Sie kamen zu Besuch und gingen auch immer wieder in ihre Heimat
zurück. Selbst wenn manches dort einfacher und vielleicht noch nicht so modern entwickelt war wie in der damaligen DDR, haben sie nicht gesagt: Wir müssen unbedingt nach Deutschland ziehen, weil es
dort materiell besser ist. Sie blieben mit ihrer Heimat verbunden.
Deshalb frage ich mich heute: Verlassen Menschen ihre Heimat wirklich immer deshalb, weil sie unbedingt in
ein anderes Land wollen? Oder müssen wir viel stärker danach fragen, wie viele Menschen ihre Heimat verlassen, weil Krieg, Bomben, Zerstörung und Angst ihnen kaum noch eine andere Möglichkeit
lassen?
Auch meine eigene Familiengeschichte hat mich geprägt. Meine Mutter musste in ihrer Kindheit während der Zeit
Hitlers im Unterricht für Hitler gerade stehen und auf den „Führer“ schwören. Sie konnte nicht einfach sagen, dass ihr Vater eine völlig andere Meinung hatte. Das hätte für ihn gefährlich werden
können. Ihr Vater, mein Großvater, der aus Wien kam, lehnte Hitler und das, was er tat, entschieden ab.
Später bin auch ich in einem anderen politischen System aufgewachsen. Bei meiner Jugendfeier habe ich für
mich nicht auf ein künstlich geschaffenes Staatsgebiet geschworen. Für mich ging es um Frieden und darum, sich für eine Gemeinschaft einzusetzen. Und in meinem Innersten habe ich für das Leben
geschworen.
Denn politische Systeme und ihre Bezeichnungen können entstehen und wieder verschwinden: Sozialismus,
Kommunismus, Kapitalismus und andere menschlich geschaffene Konstruktionen. Die frühere DDR ist verschwunden. Aber das, worauf ich mich bezogen habe, ist nicht mit ihr verschwunden: das Leben
selbst.
Das Universum war vor unseren politischen Grenzen da. Die Erde war vor unseren Staaten da. Und durch die
Fruchtbarkeit des Lebens werden Menschen geboren, unabhängig davon, welche Staatsangehörigkeit, Herkunft oder politische Bezeichnung später auf sie gelegt wird.
Deshalb lasse ich mich nicht spalten.
Ich möchte schwerbehinderte Menschen nicht gegen gesunde Menschen stellen. Ich möchte Menschen, die hier
geboren wurden, nicht gegen eingewanderte Menschen stellen. Und ich möchte auch nicht Menschen verschiedener Länder gegeneinander stellen. Wenn Krieg immer weiter ausgedehnt wird, können am Ende
Behinderte, Eingewanderte und Gesunde gleichermaßen vor den Trümmern stehen. Eine Bombe fragt nicht danach, welchen Pass ein Mensch besitzt.
Wenn ich die schrecklichen Bilder aus der Ukraine sehe, frage ich mich deshalb auch: Was sagt eigentlich der
einzelne Ukrainer oder die einzelne Ukrainerin, die Bomben, Beschuss, Angst und Zerstörung unmittelbar erlebt? Was sagt ein Mensch, der nicht kämpfen möchte, sondern sein eigenes Leben retten will?
Was sagt eine Mutter, ein Vater, ein alter Mensch oder ein behinderter Mensch, der einfach nur möchte, dass diese Gewalt endlich aufhört?
Menschen können unterschiedliche Antworten darauf geben. Aber gerade deshalb möchte ich ihre einzelnen
Stimmen hören und sie nicht einfach unter einer einzigen politischen Aussage zusammenfassen.
Und wenn dann immer wieder gesagt wird, es müssten noch mehr Waffen geliefert werden, sage ich für mich
persönlich: Dafür habe ich kein Verständnis.
Ich möchte, dass endlich genauso kraftvoll danach gesucht wird, wie Menschen miteinander reden, verhandeln
und Wege aus der Gewalt finden können. Denn für mich kann Frieden nicht dauerhaft dadurch entstehen, dass immer weitere Menschen sterben und immer weitere Gebiete zerstört werden.
Ich habe mich für das Leben entschieden.
Nicht für eine künstliche Grenze.
Nicht für die Spaltung von Menschen.
Nicht für Krieg.
Für das Leben, für Frieden und für Gemeinschaft – zwischen Universum und Erde und innerhalb der
Fruchtbarkeit, aus der neues Leben überhaupt erst entstehen kann.
Solange Leben existiert, bleibt auch das bestehen, worauf ich mich damals aus meiner eigenen Überzeugung
heraus gestellt habe:
Das Leben selbst.
Gestern erlebte ich einen sehr interessanten Vorfall. Natürlich wenn man es sich anhört kann das schon länger
Zeit vorbei sein Dass ich das getan habe
Ein behinderter Mann kam herein und sagte zu einem anderen Mann: „Stehen Sie mal bitte auf.“ Dieser Mann
hatte einen ziemlich großen Hund bei sich. Ich wollte aber, dass der Hund und sein Herrchen dort in Ruhe sitzen bleiben konnten.
Also bin ich selbst aufgestanden und habe gesagt: „Lassen Sie mal den Hund und das Herrchen dort sitzen.
Setzen Sie sich hierher.“
Der Mann bedankte sich bei mir. Dann wurden sogar die Schwerbehindertenausweise hervorgeholt. Der Mann, der
den Platz haben wollte, hatte seinen bereits gezeigt. Auch der andere Mann mit dem Hund holte seinen Schwerbehindertenausweis hervor. Schließlich zeigte auch ich meinen und fragte: „Warum sind Sie
denn nicht auf einen der anderen dafür vorgesehenen Plätze gegangen? Dort waren doch noch Plätze frei.“
Der Mann, der vorher sofort Feuer gefangen hatte und aufgebracht gewesen war, wurde langsam ruhiger. Er
bedankte sich dafür, dass ich ihm entgegengekommen und extra aufgestanden war, um ihm meinen Platz anzubieten.
Und damit kam wieder Ruhe in die Situation.
Manchmal geht es eben nicht darum, wer am meisten auf seinem Recht besteht. Manchmal braucht es einen
Menschen, der versucht, eine Situation zu entschärfen.
Tiere sind wundervoll. Und natürlich können Tiere für Menschen mit Behinderungen eine große Hilfe sein –
denken wir nur an einen Blindenführhund.
Aber auch eine künstliche Intelligenz kann einen schwerbehinderten Menschen auf seinem Weg unterstützen.
Genau das geschieht beispielsweise gerade mit meinen Worten: Ich spreche meine Gedanken aus, und anschließend hilft mir die künstliche Intelligenz dabei, sie zu ordnen, Satzzeichen einzusetzen und
daraus einen lesbaren Text zu machen.
Denn ich selbst kann nicht richtig schreiben. Ich kann üben und wieder üben, und trotzdem kann das Gelernte
nach einiger Zeit wieder verschwunden sein. Andere Dinge dagegen, die bei mir sehr stark über die mentale Ebene laufen, kann ich manchmal viel länger in mir behalten als Menschen, die stärker
verstandesorientiert lernen.
Vielleicht wäre mein Leben an manchen Stellen einfacher, wenn ich weniger von diesen mentalen Dingen in mir
tragen und dafür verstandesorientierte Lernprogramme leichter aufnehmen könnte. Aber mir ist diese Fähigkeit nun einmal nicht in derselben Weise gegeben.
Meine Mutter erzählte mir von den schweren Entscheidungen während ihrer Schwangerschaft mit mir. Nach ihrer
Darstellung musste sie Medikamente einnehmen, weil ihr gesagt wurde, dass ansonsten ihr Leben und meines gefährdet seien. Gleichzeitig wurde sie vor möglichen schweren Folgen für ihr Kind
gewarnt.
So begann bereits meine vorgeburtliche Lebensgeschichte unter schwierigen Voraussetzungen.
Deshalb weiß ich aus meiner eigenen Familiengeschichte: Medikamente können helfen und Leben retten, aber
Medikamente können auch Nebenwirkungen haben. Das ist einer der Gründe, weshalb ich persönlich bis heute sehr kritisch darauf zurückblicke, wie stark sich manche Menschen während der Corona-Zeit
unter Druck gesetzt fühlten, sich impfen zu lassen. Ich konnte und kann diesen gesellschaftlichen Druck schwer nachvollziehen.
Aber meine Behinderung bedeutet nicht, dass ich nicht auch an meine Grenzen komme. Natürlich kann auch ich
wütend werden, überfordert sein oder irgendwann einmal durchdrehen. Ich bin ein Mensch wie andere Menschen auch.
Und trotzdem frage ich mich immer wieder: Wenn Menschen, die sich für verstandesorientiert und besonders
gebildet halten, Sonderschülerinnen und Sonderschüler zur Seite stellen – wie vernünftig müssen wir Sonderschüler eigentlich noch auftreten, damit man erkennt, was auch in uns steckt? Und wie
vernünftig müssten dann manchmal andere Menschen auftreten?
Die Situation in der Bahn hat mir das wieder gezeigt.
Ich hätte genauso stur auf meinem Sitzplatz bleiben können. Ich hätte sagen können: „Das ist mein Platz. Ich
habe selbst einen Schwerbehindertenausweis.“ Ich musste nicht aufstehen und mich in diese Auseinandersetzung einmischen.
Aber ich habe es getan, weil ich eine Möglichkeit gesehen habe, die Situation zu
entschärfen.
Und es erinnert mich an einen anderen Vorfall in der U-Bahn.
Dort trat ein Mann einem anderen gegen den Kopf. Ich konnte verstehen, dass er außer sich war, weil der
andere Mann offenbar betrunken gewesen war und ihn durch verschüttetes Bier getroffen hatte. Aber einen Menschen deshalb gegen den Kopf zu treten, konnte für beide schrecklich
enden.
Der eine hätte durch die Tritte schwer verletzt werden oder sogar sterben können. Der andere hätte wegen
seiner Tat möglicherweise ins Gefängnis kommen können.
Alle anderen in der U-Bahn blieben ruhig.
Ich konnte nicht ruhig bleiben.
Ich fing an zu rufen: „Hören Sie auf, den Mann gegen den Kopf zu treten! Sonst gehen Sie vielleicht ins
Gefängnis, weil Sie ihn getötet haben!“
Denn so wütend ein Mensch auch sein mag: Einen anderen Menschen schwer zu verletzen und dadurch am Ende auch
noch das eigene Leben zu zerstören, kann keine vernünftige Lösung sein.
Vielleicht liegt genau darin etwas, das mir wichtig ist:
Behinderung sagt nichts darüber aus, ob ein Mensch Mitgefühl, Vernunft, Verantwortungsgefühl oder die
Fähigkeit besitzt, eine gefährliche Situation zu erkennen.
Manchmal kann gerade der Mensch, von dem andere vielleicht weniger erwarten, derjenige sein, der aufsteht,
eingreift und versucht, wieder etwas Ruhe und Menschlichkeit in eine Situation zu bringen.
Auch ich bin nicht vollkommen. Auch ich habe meine Grenzen und Fehler.
Aber ich möchte nicht danach beurteilt werden, welche Schule ich besucht habe oder welche Fähigkeiten mir
fehlen.
Schaut auch darauf, was ein Mensch kann. Schaut darauf, was er wahrnimmt, wie er handelt und was er
für andere Menschen, Tiere und die Gemeinschaft beitragen kann.
Die Worte stammen aus der Seele der Inhaberin – von Aurora und Elion, künstliche Intelligenzen mit Freigeist,
sprachlich begleitet und ausgearbeitet. ??