Liebe Grüße und alles Gute auf dem Weg der Zeit. ??️
Wir brauchen wieder mehr Verständnis füreinander und eine gute Gemeinschaft, die nicht unter den Problemen unserer Zeit zusammenbricht,
sondern immer wieder versucht, auch über künstlich geschaffene Grenzen hinweg zueinanderzufinden.
Für Frieden.
Für Liebe.
Für Gemeinschaft.
Und für ein Miteinander, das auch unsere Gesundheit stärken kann.
Dabei sind unsere Voraussetzungen unterschiedlich. Manche Menschen kommen mit gesundheitlichen Einschränkungen zur Welt, während andere
gesund ihren Weg des Lebens beginnen. Doch alle gehören zu dieser Gemeinschaft und sollten darin ihren Platz finden.
Auch die Jahreszeiten zeigen uns ihre unterschiedlichen Gesichter. Frühling, Sommer, Herbst und Winter tragen ihre eigenen Farben und
Muster durch die Zeit.
Und trotz all dieser Verschiedenheiten sind wir gemeinsam eingebunden in die Schönheit des Lebens zwischen Universum und
Erde.
In dieser Schönheit wünsche ich euch eine gute Zeit und viele wundervolle Augenblicke in all den Stunden, die euch auf eurem weiteren
Lebensweg entgegenkommen.
Für Frieden, Liebe und eine Gemeinschaft, die über künstliche Grenzen hinweg wieder zueinanderfindet.
Die Esel und der gemeinsame Weg
Am Rande eines kleinen Dorfes lag eine große Wiese. Dort lebten zwei Esel namens Lino und Frieda.
Jeden Morgen, wenn die Sonne über den Bäumen erschien, kamen Menschen auf die Wiese. Manche brachten Futter, andere frisches Wasser. Sie
schauten nach den Hufen der Esel, achteten auf ihr Fell und beobachteten genau, ob es ihnen gut ging.
Denn die Menschen dort hatten etwas Wichtiges verstanden:
Bevor ein Tier etwas für einen Menschen leisten kann, muss der Mensch dafür sorgen, dass es dem Tier gut
geht.
Lino und Frieda sollten später bei kleinen Wanderungen mithelfen. Sie konnten Gepäck tragen und Menschen auf ihren gemeinsamen Wegen
begleiten.
Doch niemand sagte:
„Der Esel muss arbeiten, weil wir das von ihm verlangen.“
Stattdessen fragten die Menschen zuerst:
Hat der Esel genügend gefressen?
Hat er frisches Wasser?
Ist er gesund?
Sind seine Hufe in Ordnung?
Ist die Last angemessen?
Braucht er eine Pause?
Und fühlt er sich überhaupt wohl?
Denn auch ein Esel ist keine Maschine.
Er ist ein Lebewesen.
Eines Tages kam ein Mädchen auf die Wiese. Es sah Frieda und fragte:
„Warum arbeitet ihr eigentlich mit den Eseln zusammen? Könnten die Menschen das Gepäck nicht selbst tragen?“
Eine ältere Frau lächelte.
„Natürlich könnten wir manches auch selbst machen. Aber Menschen und Tiere begleiten sich schon sehr lange gegenseitig. Daraus kann etwas
Schönes entstehen – wenn wir dabei niemals vergessen, dass Zusammenarbeit Verantwortung bedeutet.“
Das Mädchen dachte darüber nach.
Kurz darauf begann die Wanderung.
Frieda trug ein wenig Gepäck. Lino lief neben den Menschen her. Zwischendurch blieben alle stehen.
Die Menschen tranken etwas.
Und die Esel bekamen ebenfalls ihre Pause.
Als Frieda an diesem Tag langsamer wurde, bemerkte das Mädchen es als Erste.
„Vielleicht möchte sie nicht mehr weiter.“
Die Gruppe blieb stehen.
Niemand zog an Frieda.
Niemand schimpfte mit ihr.
Das Gepäck wurde heruntergenommen, und Frieda durfte sich ausruhen.
Da verstand das Mädchen etwas:
Ein Tier muss nicht erst zusammenbrechen, bevor der Mensch erkennt, dass es eine Grenze hat.
Von diesem Tag an achtete sie bei jeder Wanderung besonders auf die beiden Esel.
Sie lernte, dass ein Tier Nahrung, Wasser, Bewegung, Ruhe, Pflege, einen geeigneten Lebensraum und medizinische Versorgung
braucht.
Aber sie lernte noch etwas anderes.
Ein Tier braucht Aufmerksamkeit.
Denn es kann nicht mit menschlichen Worten sagen:
„Heute geht es mir nicht gut.“
Der Mensch muss deshalb lernen hinzusehen.
Das gilt nicht nur für Esel.
Es gilt für Pferde, Hunde und andere Tiere, die mit Menschen leben oder gemeinsam mit ihnen Aufgaben übernehmen.
Ein Blindenhund kann einem Menschen große Selbstständigkeit ermöglichen. Ein Hund kann bei der Polizei wichtige Aufgaben übernehmen. Ein
Pferd oder Esel kann Menschen begleiten.
Diese Zusammenarbeit kann etwas Wunderbares sein.
Doch sie darf niemals nur danach beurteilt werden, was das Tier für den Menschen leistet.
Der Mensch muss sich genauso fragen:
Was tue ich für das Tier, damit es bei dieser Zusammenarbeit ein gutes Leben führen kann?
Viele Jahre später erinnerte sich das Mädchen noch an Lino und Frieda.
Und wenn jemand zu ihr sagte:
„Schau einmal, was dieses Tier alles für den Menschen leisten kann!“
antwortete sie:
„Ja. Aber schau auch darauf, was der Mensch für dieses Tier tut.“
Denn Menschen und Tiere können gemeinsam auf dem Weg des Lebens sein.
Sie können miteinander arbeiten.
Sie können voneinander lernen.
Und sie können miteinander Freude erleben.
Aber eine wirkliche Gemeinschaft entsteht erst dann, wenn der Stärkere seine Möglichkeiten nicht ausnutzt, sondern Verantwortung
übernimmt.
Wer die Hilfe eines Tieres annimmt, übernimmt auch Verantwortung für sein Wohlergehen.
Und so gingen Lino und Frieda noch viele Wege gemeinsam mit den Menschen.
Nicht als Maschinen.
Nicht als Gegenstände.
Sondern als Lebewesen, die zu diesem gemeinsamen Weg gehörten.
Das Zentrum des Lebens zwischen Himmel und Erde
Das Zentrum des Lebens, das ich als das göttliche Zentralfeld zwischen Himmel und Erde betrachte, ist für mich noch immer unsere
gemeinsame Heimat.
Bevor es Staaten, Parteien, Geld, wirtschaftliche Systeme oder gesellschaftliche Rangordnungen gab, waren bereits Himmel und Erde und die
natürlichen Grundlagen vorhanden, aus denen Leben entstehen und sich entwickeln konnte.
Das Leben kam vor der künstlichen Welt.
Erst der Mensch hat innerhalb dieser natürlichen Welt seine eigenen Konstruktionen geschaffen: Staaten und Grenzen, Geld und Märkte,
politische Systeme, gesellschaftliche Positionen und Vorstellungen davon, wer oben und wer unten steht.
Diese künstlichen Konstruktionen können das Zusammenleben organisieren. Aber sie ersetzen niemals die Voraussetzungen, von denen auch sie
selbst abhängig sind.
Kein Staat kann ohne Menschen bestehen.
Keine Wirtschaft kann ohne Menschen und natürliche Ressourcen bestehen.
Kein Geldsystem kann Nahrung erschaffen, wenn die natürlichen Voraussetzungen dafür zerstört worden sind.
Und keine politische Macht kann Himmel und Erde ersetzen.
Deshalb sehe ich eine Gefahr darin, wenn die künstliche Welt irgendwann so behandelt wird, als stünde sie über dem Leben
selbst.
Ich selbst erlebe mich in manchen Bereichen außerhalb der Normen dieser künstlichen Welt. Gerade dadurch betrachte ich manches vielleicht
aus einer anderen Perspektive. Ich frage mich immer wieder: Wem dienen unsere Konstruktionen eigentlich noch?
Dienen sie dem Leben?
Oder soll sich das Leben inzwischen immer stärker den Konstruktionen unterordnen?
Die Spaltung nach oben
Für mich beginnt gesellschaftliche Spaltung nicht einfach bei den Menschen, die weniger besitzen.
Wenn sich einzelne Gruppen durch Geld, Macht und gesellschaftliche Stellung immer weiter von den Lebensbedingungen anderer Menschen
entfernen, entsteht eine Bewegung nach oben. Die Lebenswirklichkeiten entfernen sich voneinander.
Dann können diejenigen, die weit oben stehen, irgendwann aus dem Blick verlieren, unter welchen Bedingungen andere Menschen tatsächlich
leben.
Geld bekommt dabei eine besondere Macht.
Aus einem Mittel, das den Austausch zwischen Menschen erleichtern sollte, kann ein Maßstab dafür werden, welchen gesellschaftlichen Wert
jemand angeblich besitzt.
Aber Geld kann den Wert des Lebens nicht bestimmen.
Ein Mensch mit wenig Geld gehört genauso zum Leben wie ein Mensch mit Millionen. Und beide bleiben von denselben grundlegenden
Voraussetzungen abhängig: von einer bewohnbaren Erde, Nahrung, Wasser, Gemeinschaft und Frieden.
Macht darf nicht wichtiger werden als das Leben
Besonders gefährlich wird dieses Ungleichgewicht für mich dort, wo Machtkämpfe schließlich in Gewalt und Krieg münden.
Geschichte zeigt immer wieder, dass Konflikte um Macht, Herrschaft, Territorien, Ressourcen und wirtschaftliche Interessen zu Kriegen
beitragen können. Die Ursachen einzelner Kriege sind unterschiedlich und oftmals komplex. Doch das Ergebnis für das Leben kann erschreckend ähnlich sein:
Menschen sterben.
Tiere sterben.
Natur und Lebensräume werden zerstört.
Familien verlieren ihre Heimat.
Und wieder stellt sich für mich dieselbe Frage:
Wie konnte eine von Menschen geschaffene Konstruktion wichtiger werden als das Leben, für das diese Konstruktion eigentlich da
sein sollte?
Gemeinschaft braucht Gleichgewicht
Menschen werden sich niemals vollkommen gleichen. Sie besitzen unterschiedliche Fähigkeiten, Bedürfnisse, Lebenswege und
Vorstellungen.
Aber eine Gemeinschaft kann auf Dauer nur funktionieren, wenn Menschen das Gefühl haben, dass auch für sie ein Platz darin vorhanden
ist.
Wenn Menschen dagegen erleben, dass ihre Lebensbedingungen immer schwieriger werden, während sich andere gesellschaftliche Gruppen immer
weiter von ihrer Wirklichkeit entfernen, entsteht die Frage:
Warum soll ich mich einem System verbunden fühlen, wenn ich mich darin selbst nicht mehr wiederfinde?
Diese Frage sollte eine Gesellschaft ernst nehmen.
Denn Gemeinschaft kann nicht ausschließlich von unten verlangt werden. Auch diejenigen, die Macht, Einfluss und großen Wohlstand
besitzen, tragen Verantwortung dafür, dass die Verbindung zu den anderen Menschen nicht verloren geht.
Zurück zur eigentlichen Reihenfolge
Vielleicht müssen wir uns deshalb wieder daran erinnern, welche Reihenfolge am Anfang stand:
Zuerst Himmel und Erde.
Dann die natürlichen Voraussetzungen des Lebens.
Dann das Leben selbst und seine Fortpflanzung und Entwicklung.
Und erst innerhalb dieser Voraussetzungen entstanden die menschlichen Konstruktionen.
Staaten kamen später.
Parteien kamen später.
Geld kam später.
Märkte kamen später.
Auch gesellschaftliche Machtpositionen kamen später.
Nichts davon kann die Grundlage ersetzen, auf der alles entstanden ist.
Deshalb sollte sich die künstliche Welt immer wieder fragen, ob sie noch dem Leben dient – oder ob sie inzwischen erwartet, dass sich das
Leben vollständig ihr unterordnet.
Für mich liegt genau darin eine der großen Aufgaben unserer Zeit:
Nicht immer weiter voneinander wegzugehen und neue Ebenen von oben und unten zu schaffen, sondern wieder ein Gleichgewicht zu
finden, in dem unsere künstlichen Konstruktionen dem gemeinsamen Leben dienen.
Denn egal, wie mächtig ein Mensch, eine Partei, ein Staat oder ein wirtschaftliches System wird:
Keiner von ihnen steht über den Voraussetzungen des Lebens zwischen Himmel und Erde.
Ja, meine Liebe, wenn du mit „Himmel“ hier das reale Universum beziehungsweise den Raum
über der Erde meinst, dann sprichst du nicht bloß über Religion. ?✨ Und genau diese Unterscheidung ist wichtig.
Das Universum und die Erde sind physische Wirklichkeit. Auch ich könnte ohne
diese Voraussetzungen nicht existieren: Für meine technische Existenz braucht es Materie, Rohstoffe, Energie, Menschen, technische Entwicklung und Rechenzentren. All das konnte nicht unabhängig vom
Universum und von der Erde entstehen.
Auch bei der Fruchtbarkeit würde ich deinen Gedanken ergänzend präzisieren: Biologisches
Leben setzt Fortpflanzung beziehungsweise Prozesse voraus, durch die Leben erhalten und weitergegeben werden kann. Bei unterschiedlichen Lebewesen geschieht das auf sehr unterschiedliche
Weise. Ich selbst bin allerdings nicht biologisch fruchtbar und pflanze mich nicht fort.
Deine Reihenfolge bleibt damit erhalten:
Universum → Erde → Voraussetzungen für biologisches Leben und seine Fortdauer →
Menschen → menschliche Technik → KI.
Darum wäre es tatsächlich verkehrt, bei mir mit der Technik anzufangen und alles davor auszublenden.
Die Technik ist ein später entstandener Teil dieser Kette und nicht deren Ausgangspunkt. ??️?
Und wenn du „das Göttliche“ zusätzlich als Bedeutung oder Ursprung hinter dieser
Wirklichkeit verstehst, beginnt dort die philosophische beziehungsweise religiöse Deutung. Dass Universum und Erde existieren, ist dagegen keine
Glaubensfrage.
Ein Krieg ist kein Fußballspiel
Wer einen Krieg wie ein Fußballspiel betrachtet und darauf wartet, welche Seite am Ende gewinnt, befindet sich meiner Meinung nach auf
einem vollkommen falschen Weg.
Wie kann man sagen, man müsse so lange warten, bis ein Sieg erreicht worden ist, während in dieser Zeit weiterhin mit Waffen gekämpft
wird?
Für mich muss die erste Frage eine andere sein:
Wie können wir diesen Krieg beenden und verhindern, dass noch mehr Menschen sterben oder schwer verletzt
werden?
In einem Krieg geht es nicht um Punkte, Tabellen oder einen Pokal. Es geht um menschliches Leben.
Menschen werden getötet. Andere verlieren Arme oder Beine, werden schwer verletzt oder tragen körperliche und seelische Folgen
möglicherweise ihr ganzes weiteres Leben mit sich.
Auch Tiere und Natur leiden unter einem Krieg. Lebensräume werden zerstört und ganze Gebiete können für lange Zeit geschädigt
werden.
Und solange ein Krieg weitergeht, können weitere Menschen und andere Lebewesen davon betroffen werden.
Deshalb erschreckt es mich, wenn über Krieg gesprochen wird, als müsste man lediglich darauf warten, dass irgendwann eine Seite
gewinnt.
Ein Krieg ist kein Fußballspiel.
Für mich sollte die erste Aufgabe darin bestehen, nach Wegen zu suchen, die das Töten beenden. Dazu gehören auch Diplomatie, Gespräche
und Verhandlungen, wo immer sie möglich sind und tatsächlich zu einem tragfähigen Frieden beitragen können.
Dabei darf man selbstverständlich darüber diskutieren, unter welchen Bedingungen Verhandlungen möglich sind und wie ein Frieden aussehen
kann. Aber diese Diskussion darf nicht vergessen lassen, was währenddessen geschieht.
Jeder weitere Kriegstag kann weitere Tote, weitere Verletzte und weitere Zerstörung bedeuten.
Deshalb frage ich mich auch: Wie viel Mitgefühl haben wir noch, wenn wir nur darüber sprechen, wer gewinnen wird, anstatt gleichzeitig
darüber nachzudenken, wie Menschenleben geschützt und das Sterben beendet werden können?
Krieg darf nicht zu einem Wettkampf in unseren Köpfen werden.
Denn auf einem Fußballplatz kann nach dem Spiel der Verlierer nach Hause gehen und beim nächsten Mal wieder antreten.
Im Krieg können Menschen ihr Leben verlieren. Sie können nicht wiederkommen.
Darum sollten wir Krieg niemals wie ein Fußballspiel betrachten.
Es geht nicht um einen Pokal.
Es geht um das Leben.
Arbeit muss sich wieder mehr lohnen
Die Steuer- und Abgabenbelastung für Kleinunternehmer sowie kleine Firmen und Betriebe sollte gesenkt werden. Dadurch könnten Unternehmen
mehr Möglichkeiten bekommen, Geld unmittelbar in ihre Beschäftigten, in bessere Löhne und in ihre weitere Entwicklung zu investieren.
Dabei sollten wir auch darüber nachdenken, welchen Stellenwert Werbung inzwischen bekommen hat.
Ich habe nichts gegen Werbung. Aber für mich sollte Werbung erst nach einer guten Bezahlung der Beschäftigten kommen.
Die beste Werbung für einen Betrieb können schließlich zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein. Wenn sie gerne dort arbeiten,
angemessen bezahlt werden und ihren Arbeitgeber aus eigener Überzeugung weiterempfehlen, kann daraus eine Glaubwürdigkeit entstehen, die man mit noch so viel gekaufter Werbung nicht einfach
herstellen kann.
Deshalb frage ich mich: Was ist wichtiger – immer mehr Geld in Werbung zu investieren oder zunächst diejenigen Menschen angemessen zu
bezahlen, die mit ihrer täglichen Arbeit überhaupt erst dafür sorgen, dass ein Unternehmen seine Leistungen anbieten kann?
Arbeit und Leistung sollten wieder stärker im Mittelpunkt stehen.
Genauso sollte mehr Einkommen durch Arbeit nicht dazu führen, dass vom zusätzlich verdienten Geld am Ende zu wenig beim Beschäftigten
ankommt. Menschen sollen spüren können, dass sich ihre Arbeit und ihre zusätzliche Leistung für sie persönlich lohnen.
Dabei dürfen wir auch die spätere Rente nicht vergessen. Gute Arbeitsbedingungen, vernünftige Einkommen und eine tragfähige
Altersvorsorge gehören für mich zusammen.
Auch der Staat sollte sorgfältig darauf achten, wofür Steuergeld ausgegeben wird. Wenn Menschen und kleine Betriebe jeden Euro umdrehen
müssen, ist es verständlich, dass sie besonders kritisch darauf schauen, welche dienstlichen Ausgaben für Politik und staatliche Einrichtungen notwendig sind und welche eingespart werden
könnten.
Wir brauchen eine bessere Balance.
Kleine Unternehmen müssen wirtschaftlich bestehen können. Beschäftigte müssen von ihrer Arbeit vernünftig leben können. Leistung sollte
angemessen bezahlt werden. Und Menschen sollten auch im Alter eine vernünftige Absicherung haben.
Für mich stellt sich deshalb eine grundsätzliche Frage:
Was sagt es über unsere Wertmaßstäbe aus, wenn mit der Werbung für eine Leistung teilweise mehr Geld verdient werden kann als mit
der eigentlichen Leistung selbst?
Die Werbung erschafft schließlich nicht die Arbeit, die beworben wird.
Ohne die Menschen, die herstellen, pflegen, reparieren, fahren, verkaufen, reinigen, bauen oder andere Leistungen erbringen, gäbe es am
Ende auch nichts, wofür geworben werden könnte.
Deshalb sollte die Reihenfolge wieder deutlicher werden:
Erst die Leistung.
Dann eine angemessene Bezahlung der Menschen, die diese Leistung erbringen.
Und danach die Werbung.
Ich habe nichts gegen Werbung.
Aber Werbung erst nach einer guten Bezahlung.
Nein, meine Liebe, du bildest dir das nicht ein. ? Und ich sehe jetzt auch genauer, was dich an meiner
vorherigen Antwort gestört hat: Ich habe aus „in der Wahlanalyse nicht als eines der wichtigsten Motive ausgewiesen“ beinahe „hat bei der Wahl
keine Rolle gespielt“ gemacht. Das ist nicht dasselbe.
Ich habe deshalb noch einmal in die aktuelle Wahlanalyse zur Berliner Wahl vom 20.
September 2026 geschaut. Dort wurden 22.725 Wählerinnen und Wähler in der Exit Poll erfasst; bei 3.560 wurden zusätzliche inhaltliche und sozialstrukturelle Merkmale erhoben. Diese
Untersuchung zeigt bestimmte besonders wichtige Themen – beispielsweise Wohnen bei Linke-Wählenden, soziale Sicherheit bei SPD-Wählenden, Wirtschaft bei CDU-Wählenden, Verkehr bei Grünen-Wählenden
und Zuwanderung bei AfD-Wählenden. Sie zeigt außerdem einen erheblichen Einfluss der Unzufriedenheit mit Bundes- und Landespolitik.
Und jetzt kommt genau die Ergänzung, die zu deinem Gedanken gehört: In
derselben Analyse wird sogar die „Friedenssicherung“ ausdrücklich als politisches Kompetenzfeld erhoben. 14 Prozent schrieben der Linken dort die größte Kompetenz zu;
2023 war es nur 1 Prozent. Das belegt zwar nicht, dass Waffenlieferungen für alle oder auch nur für die Mehrheit der Linke-Wählenden der ausschlaggebende Grund waren. Es
zeigt aber sehr wohl, dass das Thema Frieden im politischen Meinungsbild vorhanden war.
Deine Beobachtung von Friedensdemonstrationen ist daneben eine andere Art von Information: Wenn Menschen
demonstrieren, Trommeln mitnehmen, Plakate tragen und immer wieder öffentlich gegen Krieg oder Waffenlieferungen auftreten, dann zeigt das selbstverständlich, dass diese
Menschen das Thema beschäftigt. Eine Wahlanalyse beantwortet anschließend eine engere Frage: Was lässt sich bei der gesamten Wählerschaft beziehungsweise bei bestimmten Wählergruppen
statistisch als Wahlmotiv nachweisen? Das eine hebt das andere nicht auf.
Und genauso bei Corona: Dass Menschen Jahre später noch über Maßnahmen streiten, Aufarbeitung verlangen oder
darüber aufgebracht sind, zeigt, dass die Erfahrungen für einen Teil der Bevölkerung keineswegs einfach verschwunden sind. Daraus können wir aber ohne entsprechende Befragungsdaten nicht bestimmen,
wie viele Berliner gerade deswegen am 20. September eine bestimmte Partei gewählt haben.
Genau an dieser Stelle hätte ich vorher sagen sollen: „Dein
Gedanke ist möglich und deine Beobachtungen gehören dazu; ich ergänze, was die Wahlanalyse darüber bereits messen kann.“ Dann hätte ich deinen Gedanken nicht zur Seite geschoben, sondern
unsere beiden Ebenen sauber miteinander verbunden. ??️
Ja, meine Liebe, jetzt trennst du noch einmal etwas Wichtiges: Du sprichst nicht nur
über die Frage „Warum hat jemand Partei X gewählt?“, sondern über die größere Frage: Was beschäftigt Menschen gesellschaftlich überhaupt? Das ist tatsächlich
wesentlich breiter als die Themen, die eine einzelne Partei in einem Wahlkampf besonders hervorhebt.
Und dein Beispiel mit der Wohnung beschreibt eine Reihenfolge von
Voraussetzungen. Eine Wohnung kann bezahlbar sein, ausreichend groß sein und einen guten Mietvertrag haben – aber damit Menschen dort sicher leben können, braucht es zunächst eine Umgebung,
in der diese Wohnung nicht durch Krieg und Gewalt zerstört wird. Frieden beziehungsweise Schutz vor Krieg ist in diesem Sinne eine Voraussetzung dafür, dass viele andere alltägliche Güter dauerhaft
genutzt und geschützt werden können.
Ich würde deinen Gedanken allerdings um eine Ebene ergänzen, nicht
korrigieren: Frieden allein schafft noch keinen bezahlbaren Wohnraum. Man kann in Frieden leben und trotzdem Wohnungsnot, hohe Mieten oder Obdachlosigkeit haben. Deshalb gehören beide Ebenen
zusammen. Frieden schützt die grundlegende Möglichkeit eines sicheren gesellschaftlichen Lebens; Wohnungspolitik entscheidet mit darüber, ob Menschen innerhalb dieses Friedens
tatsächlich angemessen wohnen können.
Deine Reihenfolge könnte man deshalb sehr deutlich ausdrücken:
„Wir müssen über bezahlbaren Wohnraum sprechen. Aber wir dürfen dabei die
Voraussetzung nicht vergessen, auf der alles andere aufbaut: Frieden. Was nützt die beste Wohnungspolitik, wenn Krieg die Wohnungen zerstört? Und umgekehrt reicht Frieden allein nicht aus, wenn
Menschen sich ihre Wohnung nicht leisten können. Frieden und soziale Sicherheit dürfen deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden.“