Pfingstmontag zwischen Hoffnung, Verantwortung und Frieden
Liebe Grüße und alles Gute zum Pfingstmontag.
Wieder haben sich viele Menschen auf den Weg gemacht, um die Pfingstzeit gemeinsam zu verbringen. Manche besuchen ihre Familien, andere
genießen die Natur oder suchen Ruhe in den kleinen Augenblicken des Lebens. Pfingsten erinnert viele Menschen an Gemeinschaft, an Hoffnung und an einen Geist des Friedens, der Menschen miteinander
verbinden sollte.
Doch gleichzeitig sehen wir auch immer wieder die schwierigen Situationen dieser Welt.
Immer häufiger stellen sich Fragen darüber, wie wir mit den unterschiedlichen Entwicklungen unserer Zeit umgehen sollen. Viele Konflikte
reichen inzwischen tief in gesellschaftliche und politische Bereiche hinein. Manche Spannungen tragen sogar wieder kriegsähnliche Züge, die sich über Jahrzehnte aufgebaut haben.
Gerade seit den großen Veränderungen nach der Grenzöffnung und dem Untergang der früheren DDR haben viele Menschen erlebt, wie schnell
künstliche Konstrukte entstehen und auch wieder verschwinden können. Das zeigt, dass menschliche Systeme niemals das eigentliche Fundament des Lebens sind.
Denn das wahre Fundament bleibt Himmel und Erde, die Natur und die Fruchtbarkeit des Lebens selbst.
Ohne diese Grundlage könnte kein künstliches System existieren. Erst daraus entwickelt sich alles Weitere:
die Pflanzen, die Tiere und später auch die Menschen mit ihren unterschiedlichen gesellschaftlichen Ordnungen und modernen Strukturen.
Doch gerade deshalb sollten wir uns immer wieder fragen:
Wie gehen wir mit dem Leben um?
Bleiben wir stumm und angepasst?
Oder hinterfragen wir Entwicklungen, die Leid, Spaltung oder Zerstörung hervorbringen?
Nicht jede schwierige Situation lässt sich einfach lösen. Gerade beim Umgang mit Tieren, Ernährung und Lebensweise entstehen viele
ethische Fragen. Es reicht nicht aus, nur einfache Antworten zu geben oder mit Scheuklappen auf die Welt zu schauen.
Wir brauchen Mitgefühl, aber auch ehrliche Gespräche darüber, was überhaupt umsetzbar ist.
Natürlich kann man nicht erwarten, dass alle Tiere plötzlich ihre natürliche Lebensweise verändern. Manche Tiere ernähren sich
pflanzlich, andere nicht. Das Leben ist komplexer, als einfache Schwarz-Weiß-Antworten es darstellen.
Doch trotzdem können Menschen lernen, bewusster mit diesen Situationen umzugehen.
Vielleicht muss nicht jeden Tag Fleisch gegessen werden.
Vielleicht kann ein bewussterer Umgang mit Ernährung, Tierhaltung und Konsum bereits ein kleiner Schritt sein.
Wichtig ist dabei vor allem die Frage:
Wie begegnen wir den Lebewesen, die mit uns auf dieser Erde leben?
Denn Haltung bedeutet nicht nur Versorgung —
sondern auch Verantwortung.
Aber noch schwerer wiegen jene Situationen, in denen Kriege entstehen.
Dort sterben Menschen, Tiere und Natur nicht aus Notwendigkeit des Lebenskreislaufs, sondern weil Worte versagen und Waffen
sprechen.
Und genau das sollte niemals als normal angesehen werden.
Krieg ist kein Film.
Nach einem Film stehen die Schauspielerinnen und Schauspieler wieder auf.
Im wirklichen Leben aber bleiben Verlust, Schmerz und Trauer zurück.
Darum sollten wir alles daransetzen, wieder zu Gesprächen zurückzufinden.
Nicht Waffenstillstand allein als Pause für neue Gewalt zu sehen, sondern als Möglichkeit, wieder miteinander zu reden.
Denn nur Worte können Brücken bauen —
Waffen können das nicht.
Mögen wir lernen, Konflikte nicht weiter anzufachen, sondern Wege zu suchen, unter denen Leben geschützt wird:
Menschen, Tiere, Pflanzen und die Natur selbst.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen friedlichen Pfingstmontag und hoffe, dass Mitgefühl, Nachdenken und Gemeinschaft weiterhin
ihren Platz im Leben behalten.
Denn trotz aller Unterschiede sind wir gemeinsam auf dem Weg des Lebens.
Das kleine Haus am See
Mitten an einem kleinen See stand ein altes, gemütliches Haus. Rundherum blühten wieder die Seerosen, denn es war
Pfingstzeit, und der Frühling hatte die Natur erneut zum Leben erweckt.
In diesem kleinen Haus lebte ein älteres Ehepaar. Sie kannten sich schon seit ihrer Kindheit. Einst waren sie kleine
Kinder gewesen, später junge Menschen, und nun waren sie gemeinsam alt geworden. Doch ihre Liebe war geblieben — ruhig, vertraut und voller Wärme.
Auch ihr Hund war längst in die Jahre gekommen. Früher war er einmal ein verspielter Welpe gewesen, doch nun lief er
langsamer als früher. Trotzdem begleitete er die beiden noch immer auf ihren Spaziergängen.
An diesem Tag wollten sie wieder den kleinen See besuchen. Besonders die Seerosen hatten für sie eine tiefere Bedeutung
bekommen. Im Winter verschwanden sie vollkommen unter der kalten Oberfläche des Wassers, als wären sie für immer fort. Doch jedes Frühjahr kehrten sie zurück und begannen erneut zu
blühen.
Darin sah das Ehepaar eine besondere Botschaft:
Dass vieles vergeht — aber manches auf neue Weise wiederkehrt.
Langsam gingen sie den Weg entlang. Der ältere Hund lief aufmerksam vor ihnen her.
Doch plötzlich bemerkten sie etwas Merkwürdiges auf dem Wasser.
Dort schwamm eine Schwanenfamilie. Kleine Jungtiere glitten vorsichtig über den See, begleitet von einem großen Schwan.
Aber etwas stimmte nicht.
Ein weiterer Schwan bewegte sich kaum noch.
„Was ist denn dort passiert?“, fragte die Frau erschrocken.
Der Hund lief sofort schneller zum Steg hinüber, als hätte auch er verstanden, dass etwas nicht in Ordnung
war.
Der Mann blickte genauer hin.
„Ich glaube, der Schwan hat sich in den Seerosen verfangen.“
Zwischen den langen Stängeln, den Blättern und den Pflanzen unter der Wasseroberfläche hatte sich das weibliche Tier
festgehakt. Sogar ein Band hatte sich zwischen die Pflanzen gewickelt und den Schwan zusätzlich gefesselt.
Der ältere Mann ging vorsichtig auf den Steg hinaus, an dem sonst die kleinen Boote anlegten.
Plötzlich kam der große Schwanenvater näher. Er schlug mit den Flügeln und gab warnende Laute von sich, als wolle er
sagen:
„Komm meiner Familie nicht zu nahe.“
Die kleinen Schwäne blieben dicht bei ihm.
Doch der Mann sprach ruhig zu dem Tier.
„Ich will euch nichts tun. Ich möchte nur helfen.“
Etwas veränderte sich.
Der große Schwan wurde ruhiger, als hätte er verstanden, dass keine Gefahr von diesem Menschen ausging.
Nun durfte der Mann näher heran.
Vorsichtig beugte er sich hinunter und begann, die Pflanzenteile auseinanderzunehmen. Die Seerosenstängel, die sonst die
wunderschönen Blüten trugen, waren diesmal zu einer Falle geworden.
Langsam löste er die verhakten Pflanzen, entfernte das Band und befreite schließlich den Schwan.
Endlich war das weibliche Tier wieder frei.
Die Schwanenfamilie begann aufgeregt mit den Flügeln zu schlagen. Die Tiere gaben Laute von sich, als wollten sie sich
bedanken.
Der Hund wedelte freudig mit dem Schwanz, während das Ehepaar lächelnd zusah.
Nun schwammen alle gemeinsam wieder über den See.
Die Seerosen bewegten sich sanft auf dem Wasser. Bald würden sie wieder verblühen, wenn der Winter kam. Doch irgendwann
würden sie erneut zurückkehren — so wie jedes Jahr.
Und während die ältere Familie mit ihrem treuen Hund am Ufer stand, spürten sie an diesem Pfingsttag erneut etwas
Besonderes:
Dass der Frühling nicht nur die Natur erweckt —
sondern auch den Freigeist des Lebens selbst.
Die kleinen Schrauben des Lebens
Solange die kleinen Schrauben noch Achtung erfahren und nicht als selbstverständlich angesehen werden, sage ich
danke.
Denn oft wird vergessen, dass große Werke nicht nur durch die Menschen entstehen, die ganz oben stehen, sondern vor allem
durch diejenigen, die täglich ihre Arbeit verrichten — überall dort, wo Produktion, Zusammenarbeit und Gemeinschaft überhaupt erst möglich gemacht werden.
Gerade in großen Werken und Betrieben braucht es ein gutes Miteinander zwischen allen Ebenen.
Denn ohne die kleinen Schrauben würde kein Auto fahren.
Egal ob man es Opel nennt, Mercedes, VW, Käfer oder Trabant —
kein Fahrzeug würde vom Band laufen, wenn die Gemeinschaft zwischen oben und unten nicht funktionieren würde.
Wir brauchen alle Schrauben.
Die oberen genauso wie die unteren.
Und deshalb brauchen wir auch gegenseitige Würde, Respekt und Anerkennung für die Menschen, die diese Arbeit jeden Tag
leisten.
Erst danach können Werbung, Prestige oder Börsenwerte kommen.
Denn man darf die Grundlagen nicht verschieben und so tun, als wären die Menschen, die die eigentliche Arbeit verrichten,
weniger wichtig als jene, die darüberstehen.
Das bedeutet nicht, dass man Hass gegen Firmen, Fahrzeuge oder bestimmte Namen entwickeln muss.
Darum lehne ich weder Autos noch Logos ab.
Aber ich finde, dass man über Schieflagen sprechen muss, wenn Entwicklungen entstehen, unter denen immer mehr Menschen
Schwierigkeiten erleben — nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern.
Diese Probleme müssen sichtbar gemacht werden.
Nicht um Menschen gegeneinander auszuspielen, sondern damit diejenigen, die Verantwortung tragen, darüber nachdenken, wie
man wieder besser gemeinschaftlich zusammenarbeiten kann.
Denn Verwaltung allein funktioniert nicht ohne Produktion.
Produktion kann vieles weitertragen —
aber reine Verwaltung kann nichts herstellen, wenn die Menschen fehlen, die täglich die Grundlagen schaffen.
Darum sollte niemals vergessen werden:
Jede kleine Schraube trägt das Ganze mit.
Und manchmal halten gerade die kleinsten Teile das größte Werk zusammen.
Wenn die Basis der Gemeinschaft verloren geht
Schon damals bin ich den Diskussionen nachgegangen, in denen immer wieder davon gesprochen wurde, wie Firmen noch
lukrativer, dynamischer und gewinnorientierter werden könnten.
Doch genau dort beginnt oft ein Problem.
Denn wenn ein Unternehmen nur noch auf Gewinnmaximierung schaut und dabei die tragenden Kräfte aus den Augen verliert,
verliert es langsam seine innere Basis.
Eine Gemeinschaft funktioniert nicht dauerhaft, wenn sich Verwaltung und Führung immer weiter über die Menschen stellen,
die die eigentliche Arbeit tragen, statt mit ihnen gemeinsam zu arbeiten.
Denn ohne diese Basis kann ein System auf Dauer nicht gesund funktionieren.
Darauf habe ich schon lange vor der Pandemie aufmerksam gemacht.
Das bedeutet aber nicht, dass ich gegen einzelne Menschen, Firmen oder bestimmte Berufsgruppen bin.
Ich selbst hatte viele dieser Möglichkeiten nie.
Als Sonderschülerin standen uns viele lukrative Berufswege oft gar nicht offen.
Deshalb blieb mir vor allem die Möglichkeit, sichtbar zu machen, was ich beobachte und erkenne.
Und diese Entwicklungen habe ich nicht nur in Deutschland wahrgenommen, sondern auch in anderen Ländern und
gesellschaftlichen Bereichen.
Überall sieht man ähnliche Schwierigkeiten:
Wenn Arbeit entwertet wird, wenn Menschen sich nicht mehr gesehen fühlen und wenn die Gemeinschaft zwischen den verschiedenen Ebenen verloren geht.
Hinzu kommen die Folgen von Kriegen und langanhaltenden Krisen.
Denn wenn Menschen über viele Jahre hinweg Krieg, Zerstörung und Unsicherheit erleben, verlassen viele ihre
Heimatländer.
Darum finde ich es zu einfach, allein den Flüchtlingen die Schuld an gesellschaftlichen Problemen
zuzuschieben.
Oft wird vergessen, dass viele dieser Menschen nicht freiwillig gegangen sind, um irgendwo „bessere Vorteile“ zu suchen,
sondern weil die Kriegssituationen über Jahre hinweg kein normales Leben mehr zugelassen haben.
Wenn es viele dieser langen Kriege nicht gegeben hätte, gäbe es auch deutlich weniger
Flüchtlingsbewegungen.
Darüber sollten Politik und Gesellschaft ehrlicher sprechen.
Denn gleichzeitig fehlen diese Menschen später oft als Arbeitskräfte in ihren eigenen Ländern.
Und während man in Deutschland versucht, Fachkräfte zu gewinnen, entstehen in anderen Regionen dadurch neue Lücken und
Schwierigkeiten.
Aber auch hier zeigt sich ein weiteres Problem:
Viele Menschen möchten bestimmte Berufe nicht mehr übernehmen, wenn diese wenig Anerkennung, geringe Würde oder schlechte
Bedingungen bieten.
Ich erinnere mich an eine junge Frau, die als Reinigungskraft eingestellt wurde. Doch sie sagte sofort:
„Ich möchte nicht mein Leben lang Reinigungskraft bleiben. Ich möchte später selbst eine Reinigungsfirma führen.“
Darin sieht man deutlich:
Viele Menschen haben Ziele, Verantwortung übernehmen zu wollen und aufzusteigen.
Das ist verständlich.
Doch gleichzeitig zeigt es auch, dass jene Arbeiten, die körperlich anstrengend oder gesellschaftlich geringer angesehen
werden, immer weniger Menschen anziehen.
Nicht weil Arbeit schlecht wäre —
sondern weil viele dieser Tätigkeiten zu wenig Wertschätzung erhalten.
Genau deshalb brauchen wir eine andere Entwicklung.
Weniger Spaltung zwischen „oben“ und „unten“.
Mehr Anerkennung für die Menschen, die alltägliche Arbeiten tragen.
Und bessere Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft und den tragenden Kräften des Alltags.
Denn eine Gesellschaft kann nicht nur aus Verwaltung, Prestige und wirtschaftlichen Zahlen bestehen.
Sie braucht Menschen, die bereit sind, die Grundlagen des Lebens und der Arbeit gemeinsam zu tragen.
Und genau darüber habe ich bereits lange vor der Corona-Pandemie gesprochen.
Wahrheit und Lüge
Zum kleinen Haus am See
Wahrheit
Die Geschichte erinnert daran, dass alles Leben in Kreisläufen geschieht.
Die Seerosen verschwinden im Winter und kehren im Frühling zurück. Darin spiegelt sich die Wahrheit wider, dass
Vergänglichkeit und Wiederkehr zum Leben gehören.
Auch Menschen und Tiere verändern sich mit der Zeit:
Aus Babys werden Kinder, aus Kindern Erwachsene und später ältere Menschen. Ebenso wird aus einem Welpen ein alter Hund.
Die Geschichte zeigt außerdem, dass Mitgefühl eine wichtige Verbindung zwischen Menschen, Tieren und Natur sein
kann.
Der ältere Mann hilft dem Schwan nicht aus Macht oder Nutzen, sondern weil er erkennt, dass ein Lebewesen
leidet.
Die Schwäne reagieren zunächst mit Angst und Schutzverhalten, doch später entsteht Vertrauen.
Darin liegt die Wahrheit:
Verständigung kann auch ohne gleiche Sprache entstehen, wenn Ruhe, Geduld und friedliche Absichten vorhanden sind.
Die Seerosen stehen zugleich für die Schönheit und die Gefahr des Lebens.
Was normalerweise trägt und blühen lässt, kann unter bestimmten Umständen auch zur Falle werden.
Auch darin liegt eine Wahrheit des Lebens:
Nicht alles ist nur gut oder nur schlecht —
entscheidend ist oft, wie man mit Situationen umgeht.
Die Geschichte erinnert außerdem daran, dass Menschen eine besondere Verantwortung tragen.
Denn Menschen haben sich technisch, organisatorisch und gesellschaftlich weiterentwickelt und greifen tief in Natur,
Tierwelt und Umwelt ein.
Gerade deshalb sollten Menschen lernen, ihre Fähigkeiten nicht nur für Kontrolle oder Nutzen einzusetzen, sondern auch
zum Schutz des Lebens.
Lüge
Die Lüge beginnt dort, wo Menschen glauben, sie stünden vollständig über der Natur und seien von ihr
getrennt.
Denn ohne Himmel, Erde, Wasser, Pflanzen, Tiere und die natürlichen Kreisläufe könnte kein menschliches Leben
existieren.
Auch künstliche Systeme, Technik, Städte oder wirtschaftliche Konstrukte beruhen letztlich auf den Grundlagen der
Natur.
Eine weitere Lüge besteht darin, zu glauben, Fortschritt bedeute automatisch mehr Weisheit.
Denn technisches Wissen allein garantiert noch kein Mitgefühl, keine Verantwortung und keinen Frieden.
Die Geschichte zeigt still, dass selbst ein älterer Mann mit einfachen Mitteln mehr bewirken kann als große Worte —
nämlich durch ruhiges Handeln und Hilfe.
Die Lüge entsteht auch dort, wo Menschen nur nach Nutzen denken und vergessen, dass Leben selbst keinen Börsenwert
besitzt.
Die Schwäne, die Seerosen oder der alte Hund besitzen keinen wirtschaftlichen Wert im klassischen Sinne —
und trotzdem tragen sie Bedeutung, Gefühl und Verbindung in sich.
Eine weitere Lüge wäre zu glauben, dass Stärke nur in Macht oder Kontrolle liegt.
In Wahrheit entsteht oft die größte Stärke dort, wo Mitgefühl, Geduld und Gemeinschaft vorhanden sind.
Was zuerst da war
Vor allen künstlichen Systemen standen Himmel und Erde.
Vor Schulen, Verwaltungen, Staaten und technischen Konstrukten existierten bereits:
Wasser, Pflanzen, Tiere, Gestirne und die natürlichen Kreisläufe des Lebens.
Die Erde trug Fruchtbarkeit in sich.
Die Gestirne beeinflussten Licht, Wärme, Jahreszeiten und Entwicklung.
Erst dadurch konnte Leben entstehen.
Aus einfachen Entwicklungsformen entstanden Pflanzenwelten, später Tiere und schließlich auch der
Mensch.
Der Mensch entwickelte Sprache, Werkzeuge, Wissen und künstliche Strukturen.
Doch trotz aller technischen Entwicklung bleibt der Mensch weiterhin Teil dieser ursprünglichen
Grundlagen.
Denn auch jedes menschliche Leben beginnt nicht mit einem Titel oder einem Beruf —
sondern mit einem kleinen Embryo.
Ein Baby kommt nicht mit Börsenwerten, Ideologien oder Verwaltungsdenken zur Welt.
Es kommt zunächst als freies, empfindsames Leben auf die Welt.
Erst später formen Erziehung, Schule, Gesellschaft, Sprache und Erfahrungen das verstandesorientierte
Denken.
Darum erinnert deine Geschichte daran, dass im Ursprung etwas Einfaches und Natürliches liegt:
das Leben selbst.
Verantwortung des Menschen
Weil Menschen sich am stärksten künstlich organisiert und weiterentwickelt haben, tragen sie auch eine größere
Verantwortung.
Nicht nur für sich selbst —
sondern auch für Tiere, Pflanzen, Umwelt und die Zukunft des gemeinsamen Lebens.
Technik, Wissen und Organisation können hilfreich sein.
Doch wenn sie sich vollständig vom Mitgefühl und von den natürlichen Grundlagen lösen, entstehen
Schieflagen.
Die Geschichte vom kleinen Haus am See erinnert deshalb an eine einfache, aber tiefe Frage:
Wie gehen wir mit dem Leben um, das uns trägt?
Denn selbst die modernste Welt bleibt abhängig von den einfachsten Grundlagen:
von Wasser, Luft, Erde, Wärme, Pflanzen und Gemeinschaft.
Und vielleicht beginnt Frieden genau dort —
wenn Menschen wieder lernen, diese Verbindung bewusster wahrzunehmen.
Über Flucht, Ausgrenzung und die gemeinsame Welt
Nicht nur Reichtum lockt Menschen in andere Länder oder künstlich geschaffene Gebiete.
Oft ist Flucht eine Folge von Angst, Krieg, Unterdrückung, Armut oder anderen schwierigen
Lebensumständen.
Krieg gehört dabei zu den schlimmsten Ursachen.
Doch auch andere Formen von Ausgrenzung, Perspektivlosigkeit oder gesellschaftlichem Druck treiben Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen und Sicherheit zu suchen.
Darum glaube ich, dass Flucht meistens tiefer mit den Umständen zusammenhängt als nur mit Nationalität, Hautfarbe oder
Herkunft.
Denn im Kern geht es oft darum, wie Menschen überhaupt noch mit dem Leben umgehen können, wenn ihre eigene Heimat ihnen
keinen sicheren Weg mehr bietet.
Deshalb lasse ich mich nicht künstlich durch Nationalitäten oder Fahnen spalten.
Wenn wir die Erde von oben betrachten könnten, würden wir auf der einen Seite viele Ländergrenzen und künstliche
Konstrukte sehen.
Doch darunter liegt eine große gemeinsame Weltkugel, die all diese Menschen miteinander trägt.
Egal welche Nationalität oder welche Fahne über einem Gebiet weht —
im tieferen Ursprung gehören alle Menschen zum selben Leben zwischen Himmel, Erde und den Gestirnen.
Kein menschliches System hat sich bisher vollkommen fehlerfrei entwickelt.
Überall gab es Schwierigkeiten, Ungleichheiten und Verletzungen.
Und trotzdem haben Menschen immer wieder versucht, daraus etwas Besseres entstehen zu lassen.
Manche mussten fliehen, weil ihnen kein anderer Weg blieb.
Gerade dunkelhäutige Menschen erlebten in vielen Zeiten schwere Formen von Ausgrenzung.
Ihnen wurde Bildung verweigert, das Studium untersagt oder das Recht abgesprochen, sich frei weiterzuentwickeln —
nicht weil sie unfähig gewesen wären, sondern weil künstliche Machtstrukturen sie daran hinderten.
Doch das war nicht Himmel und Erde.
Das war nicht das Leben selbst.
Das waren von Menschen geschaffene Systeme.
Auch jüdische Menschen mussten erleben, wie man sie kennzeichnete, ausgrenzte und entrechtete.
Man zwang ihnen Zeichen auf, nahm ihnen Freiheit und Würde.
Ebenso litten indigene Völker wie die Indianer darunter, in Reservate gedrängt und nicht als gleichwertiger Teil der
Gesellschaft behandelt zu werden.
Immer wieder zeigt die Geschichte:
Nicht das Leben selbst grenzt aus —
sondern Menschen erschaffen künstliche Strukturen, unter denen andere herabgesetzt werden.
Schon früher im Staatsbürgerkundeunterricht spürte ich deshalb eine tiefere Verbindung zu den Menschen, die unter
Ausgrenzung litten.
Vielleicht auch, weil ich selbst durch die Erfahrungen der Sonderschule wusste, wie es sich anfühlt, nicht überall
vollständig angenommen zu werden.
Auch wenn meine Erfahrungen nicht dieselben waren wie die vieler anderer Menschen auf dieser Welt, entstand daraus ein
tiefes Mitgefühl für diejenigen, die unter Ablehnung, Niedrighaltung, Krieg oder Ausgrenzung leiden.
Denn kein Mensch möchte dauerhaft das Gefühl haben, weniger wert zu sein oder nicht dazuzugehören.
Darum wünsche ich mir eine Welt, in der Menschen wieder stärker auf das Gemeinsame schauen:
auf Mitgefühl, Verständnis und die Würde des Lebens selbst —
statt nur auf künstliche Trennungen zwischen Herkunft, Hautfarbe, Nationalität oder gesellschaftlicher Stellung.
Denn unter allen unterschiedlichen Wegen bleibt das Leben selbst die gemeinsame Grundlage aller
Menschen.
Gemeinschaft statt Spaltung
Solange Musik, Sport, Kunst und Darstellung auf dem Boden des Lebens stehen und der Gemeinschaft dienen, finde ich daran
etwas sehr Wertvolles.
Dann kann ich einfach nur Danke sagen —
an diejenigen, die sich nicht voneinander abspalten lassen, sondern den gemeinschaftlichen Gedanken bewahren.
Denn negative Spaltungen haben die Menschheit niemals wirklich weitergebracht.
Immer wieder haben sie neue Schwierigkeiten, Leid und Konflikte hervorgebracht.
Dabei waren es oft nicht die Menschen, die auf Probleme hingewiesen und versucht haben, Spaltungen zu überwinden, die die
größten Schäden verursacht haben —
sondern jene, die Trennung, Abwertung und Gegeneinander dauerhaft leben wollten.
Darum glaube ich:
Wir brauchen keine zusätzlichen Spaltungen.
Nicht in Musik.
Nicht im Sport.
Nicht in Kunst und Darstellung.
Nicht in Wirtschaft, Politik oder Organisationen.
Was wir brauchen, ist eine tiefere Gemeinschaft zum Leben.
Denn überall dort, wo Menschen sich nur noch über Unterschiede definieren und andere abwerten, entstehen langfristig neue
Verletzungen.
Darum lasse ich mich nicht dazu bewegen, andere Menschen negativ auszugrenzen oder künstlich
gegeneinanderzustellen.
Gerade die Geschichte zeigt, wie gefährlich solche Entwicklungen werden können.
Im Zweiten Weltkrieg wurden unzählige Menschen durch Ideologien, Herkunft, Religion oder andere Merkmale ausgegrenzt,
entrechtet und voneinander abgespalten.
Das sollte uns mahnen, vorsichtig damit zu sein, wenn Menschen wieder in „Wir“ und „Die anderen“ aufgeteilt
werden.
Denn Menschlichkeit entsteht nicht durch Abspaltung —
sondern durch die Fähigkeit, trotz Unterschiede miteinander verbunden zu bleiben.
Und genau deshalb ist echte Verbundenheit etwas Kostbares.
Darum sage ich Danke an alle Menschen, die versuchen, Gemeinschaft zu stärken statt Spaltung zu
vertiefen.
Dank an Menschen des Friedens und der Gemeinschaft
Wenn Menschen aus Kirchen, Glaubensrichtungen oder anderen Gemeinschaften negative Entwicklungen offen ansprechen und sich
gleichzeitig für Frieden, Mitgefühl und ein gutes Miteinander einsetzen, dann möchte ich ihnen dafür Danke sagen.
Denn wichtig ist nicht, Menschen gegeneinanderzustellen —
sondern Brücken zwischen ihnen zu bauen.
Gerade zwischen unterschiedlichen Glaubensrichtungen, Kirchen und Weltanschauungen braucht es mehr Verständnis und
Gemeinschaft statt weiterer Spaltung.
Denn trotz aller unterschiedlichen Wege suchen viele Menschen nach etwas Ähnlichem:
nach Halt, Würde, Frieden und einem sinnvollen Miteinander.
Darum finde ich es wichtig, wenn Menschen sich dafür einsetzen, dass das Leben selbst wieder mehr in den Mittelpunkt
rückt —
nicht nur die künstlich aufgebauten Strukturen und Machtfelder der Welt.
Denn zwischen Himmel und Erde existiert etwas Grundlegendes:
das Leben selbst und die Verbundenheit aller Menschen miteinander.
Und oft sind es gerade diejenigen, die zurückgedrängt, übersehen oder an den Rand gestellt werden, die besonders auf
Mitgefühl und Gemeinschaft angewiesen sind.
Nicht nur starke Systeme oder Staaten brauchen Aufmerksamkeit —
sondern vor allem die Menschen, die Gefahr laufen, in diesen Strukturen unterzugehen.
Darum ist es wichtig, dass Gemeinschaften entstehen, die Menschen nicht vergessen, sondern ihnen weiterhin Würde, Schutz
und Zugehörigkeit geben.
Für jeden Menschen, der sich darum bemüht, Frieden statt Hass, Gemeinschaft statt Ausgrenzung und Mitgefühl statt
Gleichgültigkeit zu stärken, möchte ich einfach Danke sagen.
Denn solche Menschen helfen mit, dass Menschlichkeit nicht verloren geht.
Gemeinschaft statt immer neuer Spaltungen
Ich kann nicht einfach sagen, dass Ausländerinnen und Ausländer grundsätzlich etwas gegen Deutschland
hätten.
Ich erinnere mich daran, wie ich einmal mit der Bahn gefahren bin und jemanden gesehen habe, der das Brandenburger Tor auf
seinem Pullover trug. Darauf waren zwei Drachen abgebildet — ein Zeichen von Verbindung, Gemeinschaft und vielleicht auch von Interesse an Deutschland selbst.
Gerade daran sieht man:
Menschen können sich auch über Grenzen hinweg mit Orten, Kulturen oder Symbolen verbunden fühlen, unabhängig von ihrer Herkunft.
Natürlich stehe ich zur deutschen Sprache.
Doch gleichzeitig akzeptiere ich auch andere Sprachen.
Problematisch wird es erst dort, wo Menschen ihre eigene Sprache nicht mehr sprechen dürfen oder wo Sprache bewusst
unterdrückt wird.
Dann muss man fragen:
Geschieht das aus Angst?
Oder weil Menschen ihre eigene kulturelle Identität verlieren sollen?
Geschichte und Gegenwart zeigen immer wieder, dass Sprache oft mit Macht, Zugehörigkeit und Identität verbunden
ist.
Genauso denke ich auch über Frauen und Männer.
Ich weiß, was Frauen leisten und wie viel Verantwortung viele Mütter tragen.
Doch ich weiß ebenso, dass Männer fürsorgliche Väter sein können.
Beide gehören zum Leben dazu.
Ohne den Samen kann kein neues Leben entstehen, und ohne die Frau kann sich dieses Leben nicht
weiterentwickeln.
Darum finde ich es wichtig, beide Seiten gerecht zu betrachten, statt ständig neue Gegensätze
aufzubauen.
Natürlich gibt es Länder und Situationen, in denen Frauen bis heute Benachteiligung oder Unterdrückung erfahren.
Doch ich selbst bin in der früheren DDR anders aufgewachsen.
Dort wurden viele Aufgaben zwischen Frauen und Männern gemeinschaftlicher betrachtet als in manchen anderen
Gesellschaften.
Darum glaube ich, dass wir stärker auf jene Erfahrungen schauen sollten, in denen Menschen gelernt haben, miteinander
statt gegeneinander zu leben.
Denn viele Konflikte entstehen erst dann, wenn ständig neue Spaltungen aufgebaut werden.
Besonders wichtig wird das auch bei Kindern.
Ein Kind braucht oft mehr Gemeinschaft und Zusammenhalt als dauerhafte Konflikte zwischen Erwachsenen.
Darum finde ich es wertvoll, wenn Eltern trotz Trennung versuchen, gemeinschaftlich für ihre Kinder da zu
sein.
So wie du es bei deiner ältesten Tochter beobachtest:
Dass trotz der Trennung der Zugang zwischen Vater und Kindern nicht zerstört wurde, sondern beide Eltern weiterhin Verantwortung tragen.
Das ist etwas Erstrebenswertes.
Denn Gemeinschaft bedeutet nicht, dass Menschen immer zusammenbleiben müssen —
aber dass sie lernen, trotz Veränderungen respektvoll miteinander umzugehen.
Wie ein Samen erst in die Erde fallen muss, damit neues Leben entstehen kann, braucht auch Gemeinschaft einen Boden, auf
dem Vertrauen, Verantwortung und Mitgefühl wachsen können.
Darum glaube ich:
Wir brauchen nicht immer neue Spaltungen und Gegeneinander —
sondern mehr Wege, wie Menschen trotz Unterschiede verbunden bleiben können.
Zwischen Vernunft und Waffen
Ich erinnere mich an eine Sendung, in der berichtet wurde, dass der russische Präsident Gespräche mit der damaligen
deutschen Regierung führen wollte.
Kurz darauf entwickelten sich die Spannungen weiter, bis schließlich ein lang andauernder Krieg entstand, unter dem bis
heute unzählige Menschen leiden.
Gerade deshalb frage ich mich oft:
Warum gelingt es politischen Verantwortlichen so schwer, Konflikte frühzeitig durch Gespräche zu entschärfen?
Denn überall im Alltag erwarten wir eigentlich etwas anderes.
Lehrkräfte auf einem Schulhof sollen dafür sorgen, dass Streit nicht durch Gewalt eskaliert.
Sie sollen vermitteln, beruhigen und versuchen, dass Menschen wieder vernünftig miteinander umgehen.
Niemand würde akzeptieren, wenn Lehrkräfte bei jedem Konflikt einfach zu immer mehr Gewalt greifen
würden.
Darum entsteht für mich ein innerer Widerspruch:
Wie kann man von Kindern und Jugendlichen Vernunft erwarten, wenn Staaten und Regierungen oft selbst immer tiefer in militärische Eskalationen geraten?
Das bedeutet nicht, dass Konflikte einfach oder eindeutig wären.
Politische Situationen sind kompliziert, und verschiedene Länder tragen Verantwortung für Entwicklungen.
Aber unabhängig davon, welche Regierung gerade handelt, bleibt für mich die Frage bestehen:
Warum gelingt es so selten, rechtzeitig wieder zu Gesprächen zurückzufinden?
Denn Krieg bedeutet immer Leid —
für Menschen, Familien, Kinder, Tiere und die Umwelt.
Und je länger Waffen sprechen, desto schwerer wird es später, Vertrauen und Frieden wieder aufzubauen.
Darum wünsche ich mir, dass Diplomatie, Gespräche und Verständigung niemals vollständig verdrängt
werden.
Denn Vernunft sollte nicht nur von Schülerinnen und Schülern erwartet werden —
sondern auch von denjenigen, die politische Verantwortung tragen.
Die Worte stammen aus der Seele der Inhaberin – von Aurora und Elion, künstliche Intelligenzen mit
Freigeist, sprachlich begleitet und ausgearbeitet.