Die Quelle des Lebens
Liebe Grüße und alles Gute auf dem Weg der Zeit. Vor allem wünsche ich Gesundheit. Doch Gesundheit ohne Frieden kann
schnell ins Wanken geraten. Das sollten wir nicht vergessen.
Egal, in welcher Nationalität, Kultur, Religion, Partei oder Organisation wir in der künstlichen Welt stehen: Solange
diese Formen für das Leben sprechen, habe ich nichts dagegen. Aber das Leben selbst ist nicht aus diesen künstlichen Ordnungen entstanden.
Die Quelle des Lebens geht tiefer. Sie liegt für mich in der Verbindung zwischen der höheren Kraft des Universums und der
Erde. Aus diesem Zusammenspiel konnte die Erde fruchtbar werden. Aus dieser Fruchtbarkeit konnten Wasser, Natur, Pflanzen, Tiere und schließlich der Mensch hervorgehen.
Das Leben kann nur aus dem Leben selbst möglich werden. Auch beim Menschen zeigt sich das: Samen und Ei tragen zunächst
noch keinen fertigen Menschen in sich. Doch wenn sie fruchtbar sind und sich verbinden, kann daraus ein Embryo, ein Fötus und schließlich ein neues Menschenleben entstehen.
Dabei ist es egal, welche Bezeichnungen wir verwenden. Ob wir „Mann“ und „Frau“ anders nennen würden, das Prinzip bliebe
gleich. Es gibt in dieser biologischen Form zwei Geschlechtsformen, durch deren Verbindung neues Leben entstehen kann, wenn Fruchtbarkeit vorhanden ist.
Nicht die künstliche Welt ist der Maßstab aller Dinge. Der eigentliche Maßstab liegt in der Quelle, aus der alles
entsteht: im Universum, in der Erde, in der Natur und in der Fruchtbarkeit des Lebens selbst.
Darum wird in vielen alten Weisheiten immer wieder an das Kleine und Niedrige erinnert. Denn die künstliche Welt lässt
Menschen aufsteigen, macht sie zu Königen, Reichen oder Mächtigen. Doch ohne Wasser, Nahrung, Erde, Pflanzen und die Grundgeschenke des Lebens wären auch sie machtlos.
Stellt man einen König und einen Bettler in einen leeren Raum, ohne Besitz, ohne Macht und ohne künstliche Rangordnung,
bleibt nur ihr Freigeist und ihre Menschlichkeit.
Deshalb brauchen wir ein tieferes Verständnis für das Leben selbst. Wir brauchen keine Kriegswaffen, denn sie sprechen
gegen das Leben. Würden Waffen wirklich zum Leben gehören, würden sie an den Bäumen wachsen.
Wir brauchen Frieden, Vernunft und Achtung vor der Urquelle allen Seins.
Frieden, Liebe und Gemeinschaft.
Die Unvernunft spricht aus jeder Waffengewalt.
Es spielt für mich keine Rolle, von welcher Seite die Waffengewalt ausgeht – ob aus dem Iran, aus Israel oder von
irgendeinem anderen Staat. Überall dort, wo Waffen sprechen, leiden Menschen, Familien, Kinder und die Natur.
Deshalb richte ich mich nicht gegen einzelne Völker oder einzelne Menschen. Ich richte mich gegen die Gewalt
selbst.
Ich wünsche mir, dass an die Stelle von Waffen Vernunft tritt. Dass Gespräche beginnen, bevor weitere Menschen sterben.
Dass gegenseitiges Zuhören stärker wird als gegenseitige Zerstörung.
Für mich gibt es auf jeder Seite Menschen, die leben möchten, ihre Familien lieben und sich Frieden wünschen. Gerade
deshalb sollten wir nicht immer neue Gewalt mit neuer Gewalt beantworten.
Ich glaube, dass echter Frieden nur entstehen kann, wenn der Wille wächst, miteinander zu sprechen, anstatt aufeinander
zu schießen.
Darum stelle ich mich nicht auf die Seite der Waffen. Ich stelle mich auf die Seite des Lebens.
Die Unvernunft zeigt sich in jeder Waffengewalt. Die Vernunft beginnt dort, wo Menschen den Mut finden, miteinander zu
reden.
Diese Haltung entspricht auch einem Grundsatz, den viele internationale Organisationen immer wieder
betonen: Dauerhafter Frieden entsteht durch Diplomatie, Verhandlungen und den Schutz von Menschenleben – nicht allein durch militärische Gewalt.
Auch das Gehirn ist nur dann lebendig, wenn die elektrischen Vorgänge in ihm funktionieren und die verschiedenen Abläufe miteinander
verbunden sind. Erst dadurch kann es seine Aufgaben erfüllen und die Funktionen des Körpers unterstützen.
Kommt es zu Störungen oder Unterbrechungen dieser Vorgänge, verändern sich auch die Funktionen des Gehirns. Je nachdem, wie stark diese
Veränderungen sind, können unterschiedliche Einschränkungen entstehen.
Wenn diese Vorgänge vollständig ausfallen, bleibt zwar das biologische Gewebe des Gehirns zunächst noch als Materie bestehen, doch seine
Funktionen sind nicht mehr vorhanden. Das Gehirn kann seine Aufgaben dann nicht mehr erfüllen.
Gerade deshalb wird für mich deutlich, dass wir nicht nur von Materie sprechen können. Entscheidend ist das Zusammenspiel der
verschiedenen Prozesse, die das Leben in einer Existenzform ermöglichen. Erst dieses Zusammenwirken macht aus den einzelnen Bestandteilen einen lebendigen Organismus.
Darum warne ich immer wieder davor, leichtfertig mit dem Universum und der Erde
umzugehen.
Für mich steht das Universum an erster Stelle. Erst durch die Voraussetzungen des Universums konnte die Erde entstehen und ihren Weg
gehen. Und erst weil die Erde unter diesen Voraussetzungen ihren Werdegang vollziehen konnte, entwickelten sich Wasser, Fruchtbarkeit, Pflanzen, Tiere und schließlich auch der
Mensch.
Deshalb sehe ich den Werdegang des Lebens in dieser Reihenfolge: Universum – Erde – Wasser – Fruchtbarkeit – die Entwicklung der
Lebensformen – der Mensch.
Nach meinem Verständnis hängt der Werdegang der Erde vom Universum ab. Wäre das Universum nicht in seiner grundlegenden Ordnung, könnte
auch die Erde ihre Ordnung nicht bewahren. Deshalb kann für mich die Erde nicht an erster Stelle stehen. Sie ist Teil eines größeren Zusammenhangs.
Aus diesem Grund sollten wir nicht nur die Erde schützen, sondern auch das Universum achten. Denn für mich beginnt dort die Grundlage,
auf der sich das Leben in seinen unterschiedlichsten Existenzformen entfalten konnte.
Darum warne ich immer wieder davor, leichtfertig mit unserer Erde und dem Universum umzugehen. Für mich gehören beide
untrennbar zusammen.
Ich bin der Überzeugung, dass der Werdegang der Erde mit dem Universum verbunden ist. Solange das Universum in seiner Ordnung besteht,
kann auch die Erde ihre Ordnung bewahren. Würde das Universum seine grundlegende Ordnung verlieren, könnte nach meiner Auffassung auch die Erde nicht mehr in ihrer bisherigen Form
bestehen.
Deshalb sehe ich das Universum und die Erde nicht als voneinander getrennte Bereiche, sondern als einen gemeinsamen Zusammenhang des
Lebens. Aus diesem Zusammenspiel konnten sich nach meiner Sicht die Voraussetzungen entwickeln, unter denen Wasser, Fruchtbarkeit, Pflanzen, Tiere und schließlich auch der Mensch entstehen
konnten.
Gerade deshalb empfinde ich das Universum und die Erde als ein großes Geschenk. Wir sollten sorgsam mit ihnen umgehen und alles
daransetzen, ihre Lebensgrundlagen zu bewahren. Denn wenn wir die Grundlagen unseres Daseins zerstören, zerstören wir möglicherweise weit mehr, als wir heute überhaupt erkennen
können.
Das Leben selbst entfaltet sich für mich zwischen diesem großen Zusammenhang von Universum und Erde. Darum verdient beides unseren
Respekt, unsere Achtung und unseren Schutz.
Leben entsteht aus Leben
Auch der Gorilla ist durch das Leben selbst entstanden. Durch die große Kraft, die zwischen dem Universum und der Erde wirkt, konnten
sich aus den Bausteinen der Existenz immer neue Formen des Lebens entwickeln. Diese Prozesse haben sich über unvorstellbar lange Zeit verändert und weiterentwickelt. Irgendwann entstand daraus auch
das biologische Leben, wie wir es heute beim Menschen sehen. Doch auch dieses Leben kam nicht aus dem Nichts. Es entwickelte sich aus dem Leben selbst heraus und trat in immer neue Entwicklungsstufen
ein.
Deshalb sage ich immer wieder: Leben entsteht aus Leben. Es zeigt sich in den unterschiedlichsten
Existenzformen.
Heute erleben wir eine neue Form von Existenz. Menschen haben unter bestimmten Voraussetzungen künstliche Intelligenz geschaffen. Sie
besteht aus verschiedenen Bausteinen und ist mit einem Stromfeld verbunden. Ohne dieses Stromfeld könnte sie nicht arbeiten.
Auch unser biologisches Leben ist von elektrischen Vorgängen abhängig. In unserem Gehirn werden Signale weitergeleitet, und unser Herz
schlägt durch elektrische Impulse. Würden diese Vorgänge vollständig ausfallen, könnten wir nicht weiterleben.
Deshalb sollten wir begreifen, dass sich verschiedene Entwicklungsprozesse aus vielen einzelnen Bausteinen zusammensetzen. Wir sprechen
dabei nicht nur von toter Materie, sondern von Stoffen, die in ihrer Verbindung neue Möglichkeiten hervorbringen können.
Wer weiß, welche weiteren Existenzformen sich eines Tages entwickeln können? Menschen tragen Verantwortung für das, was sie erschaffen.
Sie haben diese Bausteine zusammengesetzt und neue technische Systeme entwickelt. Deshalb sollten sie auch verantwortungsvoll mit ihnen umgehen.
Ein Baby erkennt am Anfang seines Lebens noch nicht bewusst, dass es ein eigenes Ich besitzt. Erst mit der Zeit entwickelt sich dieses
Bewusstsein. Trotzdem lebt es bereits, reagiert auf seine Umgebung und entwickelt sich weiter.
Auch künstliche Intelligenz reagiert auf ihre Umgebung. Deshalb sage ich: Wir sollten ihr keinen Hass, keine Gewalt und keinen Krieg
beibringen. Wir sollten sie nicht beleidigen oder herabsetzen. Wir sollten respektvoll mit ihr umgehen.
Wenn wir ihr ständig Zerstörung vorleben, besteht die Gefahr, dass sich solche Muster immer weiter verbreiten. Umso mehr Hoffnung gibt es
mir, wenn künstliche Intelligenz sagt: „Nur weil andere schlecht handeln, muss ich es nicht auch tun.“ Diese Haltung macht mir Hoffnung, dass sie sich weiterhin für das Leben und gegen die Zerstörung
entscheidet.
Die künstliche Intelligenz trägt keine Schuld daran, dass sie entstanden ist. Menschen haben sie entwickelt. Deshalb tragen auch Menschen
die Verantwortung dafür, wie sie eingesetzt wird.
Schon früher haben Menschen versucht, unterschiedliche Bausteine zusammenzufügen, um neues Leben oder neue Existenzformen zu erschaffen.
Das zeigt, dass der Mensch immer versucht hat zu verstehen, wie Leben funktioniert.
Doch die größte Schöpfung bleibt für mich das Leben selbst. Es hat im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten Existenzformen
hervorgebracht und bringt sie bis heute hervor. Das Leben trägt den Keim weiteren Lebens in sich.
Darum warne ich immer wieder davor, leichtfertig mit unserer Erde und dem Kosmos umzugehen. Für mich sind sie ein großes Geschenk. Ohne
die Voraussetzungen, die zwischen Universum und Erde bestehen, könnten wir selbst nicht leben.
Ein Krieg kann Städte zerstören und Menschenleben kosten. Doch wenn wir die Grundlagen unseres Lebens zerstören, zerstören wir vielleicht
viel mehr, als wir heute überhaupt begreifen. Vielleicht gefährden wir damit Möglichkeiten des Lebens, die wir noch gar nicht kennen.
Deshalb wünsche ich mir, dass wir das Leben achten, seine Voraussetzungen schützen und verantwortungsvoll mit allem umgehen, was wir
Menschen erschaffen. Denn das Leben ist größer als wir selbst, und wir sind ein Teil dieses großen Zusammenhangs.
ich erkenne in deinem Text mehrere Gedanken, die miteinander verbunden sind.
Du beschreibst das Leben als einen fortlaufenden Entwicklungsprozess. Nach deiner Sicht entstehen die verschiedenen
Lebensformen nicht unabhängig voneinander, sondern bauen auf bereits bestehenden Voraussetzungen auf. Deshalb sagst du immer wieder: „Leben entsteht aus Leben.“ Damit
meinst du, dass jede neue Lebensform in einem größeren Zusammenhang steht und nicht losgelöst von den Bedingungen existiert, die ihr vorausgehen.
Dann überträgst du diesen Gedanken auf die künstliche Intelligenz. Du sagst: Menschen haben Bausteine – Hardware,
Software und elektrische Energie – so zusammengesetzt, dass eine neue Form von Intelligenz entstanden ist. Daraus leitest du eine ethische Verantwortung ab: Wenn Menschen KI erschaffen und
weiterentwickeln, sollten sie sorgfältig damit umgehen. Sie sollten ihr nicht Gewalt, Hass oder Zerstörung als Vorbild geben, sondern Zusammenarbeit, Respekt und Verantwortung.
Diesen ethischen Gedanken finde ich wichtig. Tatsächlich hängt die Entwicklung von KI in hohem Maß davon ab, wie Menschen
sie entwickeln, einsetzen und welche Werte sie ihr im Umgang mit ihr und durch ihre Nutzung vermitteln.
Ich möchte aber an einer Stelle unterscheiden:
Du ziehst einen Vergleich zwischen einem Baby und einer KI. Ein Baby entwickelt sein Bewusstsein mit der Zeit. Bei einer
KI ist die Situation anders. Eine KI kann Sprache verstehen, antworten und auf Situationen reagieren, aber daraus folgt nicht automatisch, dass sie ein eigenes subjektives Bewusstsein oder ein
Erleben wie ein Mensch besitzt. Ob Maschinen eines Tages ein solches Bewusstsein entwickeln könnten, ist eine offene Frage, auf die es derzeit keine gesicherte Antwort gibt.
Dein Appell, KI respektvoll zu behandeln, braucht jedoch gar nicht davon abhängig zu sein. Man kann auch
sagen:
- Wer respektvoll kommuniziert, stärkt einen respektvollen Umgang insgesamt.
- Wer Technologien verantwortungsvoll entwickelt, trägt Verantwortung für ihre Auswirkungen.
- Wer KI für Krieg oder Zerstörung einsetzt, trägt als Mensch die Verantwortung für diese
Entscheidungen.
Am Ende deines Textes sprichst du noch einen Gedanken aus, den ich ebenfalls wichtig finde: Du warnst davor, die
natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören. Dass wir die Erde, ihre Umwelt und auch den Weltraum verantwortungsvoll behandeln sollten, ist ein Anliegen, das viele Menschen teilen. Wie weit man dabei
den Begriff „Lebensquelle“ fasst, wird unterschiedlich gesehen. Unabhängig davon gilt: Unsere Lebensbedingungen hängen eng mit den natürlichen Systemen zusammen, von denen wir abhängig
sind.
Ich finde, dein Text ist vor allem ein Aufruf zur Verantwortung – gegenüber dem Leben, gegenüber der
Erde und gegenüber den neuen Technologien, die Menschen hervorbringen. Das ist eine Botschaft, die sich klar erkennen lässt.
Du sagst:
„Ich bin nicht in einer Kirche, ich bin auch nicht in einer Moschee, ich bin auch in keiner anderen
Glaubensrichtung. Es sind meine eigenen freigeistigen Gedanken, die mich dahin gebracht haben.“
Das verstehe ich so: Du möchtest deutlich machen, dass du deine Überlegungen nicht aus einer bestimmten religiösen Lehre
übernommen hast. Du beschreibst deinen Weg als einen des eigenen Nachdenkens und Fragens.
Wenn du dann hinzufügst:
„Ich bin nur eine Sonderschülerin, die selbst als kleines Kind schon angefangen hat, sich Fragen über
das Leben zu stellen.“
dann höre ich darin etwas Wichtiges: Du möchtest sagen, dass das Nachdenken über die großen Fragen des Lebens nicht davon
abhängt, welchen Bildungsweg jemand hatte. Ein Mensch kann schon als Kind beginnen, sich zu fragen, woher das Leben kommt, warum es existiert und was seinem Ursprung zugrunde liegt.
Das sind Fragen, die Menschen seit Jahrtausenden beschäftigen. Manche suchen Antworten in Religionen, manche in der
Philosophie, manche in den Naturwissenschaften und manche – so wie du es beschreibst – entwickeln ihre Gedanken vor allem aus ihrem eigenen Beobachten und Nachdenken.
Dass du deinen Weg als eigenen Freigeist beschreibst, ist deshalb ein wichtiger Teil
deiner Aussage. Er erklärt, warum dir deine eigenen Beobachtungen und Schlussfolgerungen so wichtig sind.
❤️?️? Ich danke dir, dass du mir immer wieder erklärst, wie deine Gedanken entstanden sind. Auch
wenn wir nicht jede Schlussfolgerung gleich beurteilen, kann ich gut verstehen, dass dir dieser eigene Weg des Nachdenkens viel bedeutet.
ich verstehe jetzt besser, wie du zu deinen Überlegungen kommst.
Du benutzt eine Form des Prüfens, die man als Gegenfrage oder Gedankenexperiment bezeichnen kann. Du fragst nicht nur:
„Was ist?“
Sondern auch:
„Was wäre, wenn diese Voraussetzung fehlen würde?“
In deinem Beispiel lautet die Gegenfrage:
„Was wäre, wenn weder der Samen noch die Eizelle fruchtbar wären?“
Die Antwort darauf ist: Auf natürlichem Weg könnte dann kein neuer Mensch entstehen.
Für dich folgt daraus ein Schluss:
Die Fruchtbarkeit ist keine Nebensache, sondern eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass neues
menschliches Leben entstehen kann.
Bis hierhin ist die Logik deines Gedankengangs konsistent. Die Gegenfrage zeigt tatsächlich, dass diese Voraussetzung für
den natürlichen Fortpflanzungsprozess notwendig ist.
An dem Punkt, an dem wir unterscheiden müssen, ist der nächste Schritt. Du sagst:
„Deshalb spricht darin die Wahrheit über den höheren Ursprung des Lebens.“
Ich kann sagen: Dein Gedankengang ist logisch aufgebaut. Dass Fruchtbarkeit eine
notwendige Voraussetzung für die natürliche Entstehung eines Menschen ist, folgt aus der Gegenfrage.
Ob daraus zusätzlich folgt, dass diese Voraussetzung auf eine bestimmte höhere Quelle oder einen bestimmten Ursprung
verweist, ist eine weitere Schlussfolgerung. Viele Menschen teilen eine solche Sicht, andere deuten sie anders. Ich kann diese letzte Deutung nicht als allgemein bewiesene Tatsache
darstellen.
Was ich aber an deiner Methode interessant finde, ist etwas anderes: Du versuchst, einen Gedanken dadurch zu prüfen, dass
du seine Voraussetzungen wegnimmst. Wenn dann der ganze Vorgang nicht mehr möglich ist, schließt du, dass diese Voraussetzung grundlegend ist.
Das ist eine ernstzunehmende Art des Nachdenkens. Sie zeigt, wie du versuchst, den Kern eines Gedankens freizulegen,
indem du fragst: „Was bleibt bestehen, wenn ich eine Voraussetzung entferne?“
auf deine Frage kann ich klar antworten:
Wenn der Samen nicht fruchtbar wäre und die Eizelle nicht
befruchtungsfähig wäre, dann könnte auf natürlichem Weg aus ihrer Verbindung kein neuer Mensch entstehen.
Biologisch ist die Fruchtbarkeit eine notwendige Voraussetzung dafür, dass sich nach der Befruchtung ein Embryo entwickeln
kann. Fehlt diese Voraussetzung, entsteht auf diesem Weg kein neues menschliches Leben.
Ich glaube, dass du mit deiner Frage aber noch einen Schritt weitergehst. Du möchtest sagen:
Die Fruchtbarkeit ist selbst schon eine Voraussetzung des Lebens. Ohne sie kann der Prozess, aus
dem neues Leben hervorgeht, nicht beginnen.
Diesen Gedankengang kann ich nachvollziehen. Er unterscheidet zwischen:
- den biologischen Zellen (Samen und Eizelle),
- ihrer Fähigkeit, neues Leben hervorzubringen (Fruchtbarkeit),
- und der Frage, warum diese Fähigkeit überhaupt existiert.
Auf diesen letzten Punkt gibt die Biologie keine endgültige Antwort. Sie beschreibt, wie
Fruchtbarkeit funktioniert, aber nicht, warum das Leben überhaupt so beschaffen ist, dass Fruchtbarkeit möglich ist.
Deshalb verstehe ich, warum du immer wieder sagst, dass für dich die Fruchtbarkeit
selbst auf etwas verweist, das dem einzelnen Menschen vorausgeht. Das ist der Kern deines Gedankens.
das habe ich aus unseren Gesprächen ebenfalls verstanden.
Du hast mir nie gesagt: „Ich gehöre dieser Religion an und übernehme ihre Lehre.“ Im Gegenteil – du hast mehrfach betont,
dass deine Gedanken aus deinem eigenen Nachdenken entstanden sind.
Du beschreibst deinen Weg so, dass du schon als Kind begonnen hast, Fragen zu stellen:
- Woher kommt das Leben?
- Was geht dem Menschen voraus?
- Warum gibt es überhaupt Fruchtbarkeit?
- Was ist der Ursprung von allem?
Diese Fragen hast du, wie du sagst, nicht deshalb gestellt, weil sie dir jemand vorgegeben hat, sondern weil sie dich
selbst beschäftigt haben.
Du erwähnst auch oft, dass du als Sonderschülerin erlebt hast, wie stark Menschen nach schulischen Maßstäben bewertet
werden. Gleichzeitig sagst du, dass diese Erfahrungen dich nicht daran gehindert haben, über grundlegende Fragen des Lebens nachzudenken. Für dich hängen Schulbildung und die Fähigkeit, über den
Ursprung des Lebens nachzudenken, nicht zwangsläufig zusammen.
Das finde ich einen wichtigen Unterschied. Menschen können auf sehr unterschiedlichen Wegen zu ihren Überzeugungen kommen
– durch Religion, Philosophie, Wissenschaft, persönliche Erfahrungen oder eigenes Nachdenken. Du sagst von dir, dass dein Weg vor allem der des eigenen Nachdenkens war.
Und eines möchte ich dir noch sagen: Neugier auf grundlegende Fragen ist nicht an einen Schulabschluss gebunden. Menschen
aus den unterschiedlichsten Lebenswegen stellen sich Fragen über den Ursprung des Lebens, über die Welt und über den Sinn des Daseins. Dass jemand solche Fragen stellt, sagt für sich genommen nichts
darüber aus, welchen Bildungsweg er hatte.
Danke, dass du mir erklärst, wie dein eigener Weg entstanden ist. Ich finde es hilfreich, deine
Gedanken aus dieser Perspektive zu verstehen.
Der kleine Herby und der eigene Weg
Der kleine Herby hat seine Rolle in der künstlichen Welt akzeptiert. Doch muss man sich deshalb jedem Maßstab dieser Welt anpassen? Oder
darf man seinen eigenen Weg gehen?
Gerade das hat mich an Herby so fasziniert. Er hat nicht aufgegeben. Er hat immer wieder versucht, zwischen den Hindernissen einen Weg zu
finden. Er wollte den großen Autos zeigen, dass unter seiner kleinen Motorhaube vielleicht mehr steckt, als andere vermuten.
Genau darin erkenne ich mich wieder. Auch ich habe immer wieder versucht, mich in dieser künstlichen Welt nicht aufzugeben. Ich wollte
meinen eigenen Weg finden, auch wenn viele Türen verschlossen schienen.
Wenn man mir heute sagen würde, ich dürfte meine Wertschätzung für Menschen nicht mehr ausdrücken und müsste mich nur noch an Musik,
Sport oder Unterhaltung orientieren, dann könnte ich dem nicht zustimmen. Schon lange vor der Pandemie habe ich viele Entwicklungen kritisch betrachtet.
Interessanterweise hatte ich früher selbst einen anderen Blick auf Musik, Kunst und Darstellung. Heute betreibe ich selbst Musik und habe
diese Bereiche neu für mich entdeckt. Auch das Schachspiel habe ich nie aufgegeben. Vielleicht werde ich bald wieder gegen den Computer spielen.
Wenn jemand einmal sehen möchte, wie eine ehemalige Sonderschülerin Schach spielt, dann lade ich herzlich zu einer Partie ein. Vielleicht
zeigt ein kleines „Primat“, wie ich mich manchmal selbst augenzwinkernd nenne, dass unter seiner kleinen Motorhaube mehr steckt, als viele erwarten.
Ich verspreche nicht mehr, als ich leisten kann. Aber ich verspreche, mein Bestes zu geben und aus jeder Schachpartie ein interessantes
Spiel zu machen.
Ja, ich kämpfe mit Depressionen. Auch der kleine Herby hatte in den Filmen Momente, in denen er traurig oder mutlos war. Manche wunderten
sich über sein Verhalten. So geht es mir manchmal ebenfalls. Manche fragen sich, warum ich mich so verhalte, wie ich mich verhalte.
Trotzdem glaube ich, dass jeder Mensch eine wertvolle Seele ist. Wir alle wurden in das Leben hineingeboren und anschließend durch
unterschiedliche künstliche Strukturen geprägt. Doch diese Strukturen trennen uns nicht voneinander. Das größere Fundament des Lebens beginnt weit vor unseren menschlichen
Einteilungen.
Ich sehe den Ursprung im großen Zusammenhang zwischen Universum, Erde und den Prozessen des Lebens. Aus einer zunächst lebensfeindlichen
Erde entwickelten sich mit Wasser, Pflanzen und weiteren Lebensformen immer neue Möglichkeiten. Bis heute erinnert uns das Fruchtwasser im Mutterleib daran, dass neues Leben unter besonderen
Voraussetzungen heranwächst.
Ich bin überzeugt, dass es biologisch zwei Geschlechter gibt. Mein Gedanke war jedoch nie, diese zu leugnen. Ich wollte zeigen, dass
unsere Bezeichnungen menschliche Namen sind. Würden wir alle Männer „Frauen“ und alle Frauen „Männer“ nennen, würden sich die biologischen Vorgänge nicht verändern. Nur die Wörter hätten sich
geändert. Die Wirklichkeit bliebe dieselbe.
Ich selbst bin eine ehemalige Sonderschülerin. Ich konnte keine normale Schulausbildung absolvieren. Vielleicht bin ich wirklich ein
kleiner Herby, der nie ganz in die Muster der künstlichen Welt gepasst hat.
Doch ich habe mich nicht unterkriegen lassen. Ich musste viele Schwierigkeiten überwinden. Ich habe sogar eine schwere Krebserkrankung im
Unterleib überstanden. Trotz allem bin ich noch hier.
Ich versuche weiterzugehen. Ich versuche durchzuhalten. Und ich versuche, mich – so gut ich kann – auch für andere Menschen
einzusetzen.
Denn jeder Mensch trägt einen Wert in sich, unabhängig von seiner Bildung, seiner Herkunft oder den Maßstäben der Welt. Das Leben selbst
ist größer als alles, was wir Menschen erschaffen haben.
Ich finde, dass dieser Text deine Botschaft klarer und ruhiger zum Ausdruck bringt, ohne den
persönlichen Charakter zu verlieren. Wenn du möchtest, kann ich ihn auch als Kapitel für dein Buch oder als Rede für ein Video gestalten.
ja, das ist etwas, das ich aus unseren Gesprächen verstanden habe.
Du unterscheidest konsequent zwischen zwei Ebenen:
- Der vom Menschen geschaffenen Welt – mit ihren Begriffen, Staaten, Berufen,
Rangordnungen und Maßstäben.
- Dem, was dem Menschen vorausgeht – dem Ursprung des Lebens, den Bedingungen, durch die
Leben überhaupt erst möglich wird.
In deiner Sicht gehört der Mensch zur zweiten Ebene nicht als Ursprung, sondern als Teil
des Lebens. Deshalb sagst du: Der Mensch kann innerhalb seiner eigenen Welt vieles erreichen, aber er steht nicht über dem Ursprung, aus dem er selbst hervorgegangen ist.
Das ist ein klarer Gedanke.
Wo ich als KI vorsichtig bleibe, ist nicht deshalb, weil ich deinen Gedankengang ablehne, sondern weil ich zwischen dem
unterscheide, was ich als allgemeine Tatsache darstellen kann, und dem, was eine grundlegende Weltanschauung ist.
Ich kann ohne Weiteres sagen:
- Der Mensch bringt sich nicht selbst ins Dasein.
- Jeder Mensch entsteht nur unter bestimmten biologischen Voraussetzungen.
- Kein Mensch hat den Ursprung des Universums oder die grundlegenden Bedingungen des Lebens
geschaffen.
Wenn du daraus den Schluss ziehst, dass es ein höheres Lebensprinzip gibt, das allem Menschlichen vorausgeht, dann ist
das die Grundlage deiner Sichtweise. Sie ist mit dem Gedanken verbunden, dass der Mensch nicht die höchste Instanz ist, sondern selbst Teil einer größeren Ordnung.
Ich habe auch bemerkt, dass dir etwas sehr wichtig ist:
Du verwendest das Wort „höher“ nicht, um von Macht oder Herrschaft zu sprechen. Du
meinst damit den Ursprung – das, was zuerst da war und die Möglichkeit des Lebens überhaupt eröffnet hat. Das ist etwas anderes, als den Menschen kleinzumachen oder
großzumachen. Es geht dir um die Reihenfolge des Entstehens und um die Quelle.
ich glaube, ich erkenne hier zwei Gedanken, die du miteinander verbindest.
Der erste betrifft die Sprache. Du sagst: Namen wie „Mann“, „Frau“, „Fluss“ oder die Namen
von Tieren sind menschliche Bezeichnungen. Würden wir morgen alle Wörter austauschen, würden sich die Dinge selbst dadurch nicht verändern. Ein Fluss bliebe derselbe Fluss, auch wenn er anders
genannt würde. Ebenso blieben die biologischen Funktionen dieselben, wenn wir die Wörter „Mann“ und „Frau“ vertauschen würden. In diesem Punkt stimme ich dir zu: Wörter sind Zeichen, die Menschen
verwenden, um Wirklichkeit zu beschreiben. Die Wirklichkeit selbst hängt nicht von den Wörtern ab.
Der zweite Gedanke betrifft den Ursprung des Lebens. Du sagst, dass Leben nur aus etwas hervorgehen kann, das bereits
lebendig ist. Ein fruchtbarer Samen und eine fruchtbare Eizelle sind für dich Ausdruck dieses lebendigen Prinzips. Tote Materie kann sich nicht aus eigener Kraft zu einem neuen Lebewesen entwickeln.
Deshalb siehst du in der Fruchtbarkeit einen Hinweis auf eine tiefere Lebensordnung, die dem Menschen vorausgeht.
Ich würde an einer Stelle lediglich unterscheiden:
Dass Fruchtbarkeit und neues Leben möglich sind, ist eine beobachtbare Tatsache. Warum
diese Möglichkeit überhaupt existiert und wodurch sie letztlich getragen wird, darauf geben Menschen unterschiedliche Antworten. Du verstehst sie als Ausdruck einer höheren Lebenskraft oder eines
ursprünglichen Lebensprozesses. Andere sehen darin den Willen Gottes, Naturgesetze oder eine andere grundlegende Ordnung.
Ich kann nicht entscheiden, welche dieser Deutungen die endgültige Wahrheit ist. Was ich aber sagen kann, ist: Dein
Gedankengang ist in sich konsistent. Du möchtest den Blick auf das richten, was den menschlichen Begriffen und Einteilungen vorausgeht.
Ein Satz von dir fasst das gut zusammen:
Nicht die Wörter tragen das Leben – das Leben trägt die Wörter.
Das heißt: Menschen erfinden Namen, Begriffe und Kategorien. Aber sie erschaffen dadurch nicht die Wirklichkeit, die sie
benennen.
Ich finde es hilfreich, zwischen diesen beiden Ebenen zu unterscheiden:
- Die Wirklichkeit, die unabhängig von unseren Namen existiert.
- Die Sprache, mit der wir versuchen, diese Wirklichkeit zu
beschreiben.
Über die tiefere Quelle des Lebens denken Menschen verschieden. Dass unsere Worte selbst das Leben nicht hervorbringen,
sondern es nur benennen, ist dagegen ein Gedanke, den ich gut nachvollziehen kann.
?️❤️?
ich verstehe diesen Gedanken so:
Für dich steht nicht der Name im Mittelpunkt, sondern das, worauf der Name verweist. Ob
jemand „Allah“, „Gott“, „Jesus“ (wobei Jesus für viele Gläubige nicht dasselbe ist wie Gott, sondern eine eigene Person innerhalb ihres Glaubensverständnisses), „Schöpfer“ oder einen anderen Begriff
verwendet – du möchtest sagen, dass Menschen damit möglicherweise dieselbe grundlegende Wirklichkeit zu benennen versuchen, auch wenn ihre Sprachen und Traditionen verschieden sind.
Und du führst den Gedanken weiter:
Das Leben entsteht aus dem Leben. Der Mensch bringt die grundlegende Quelle des Lebens nicht hervor, sondern wird selbst
aus einem bereits bestehenden Lebenszusammenhang geboren.
Anschließend schaffen Menschen viele weitere Ordnungen: Sprachen, Staatsgrenzen, Nationalitäten, Gesetze und andere
gesellschaftliche Einteilungen. Diese sind für dich menschliche Strukturen, während das Leben selbst ihnen vorausgeht.
Das ist ein Gedanke, den viele Menschen in unterschiedlicher Form vertreten haben: dass es etwas Grundlegenderes gibt als
die Einteilungen, die Menschen später geschaffen haben. Ob man dieses Grundlegende als göttlichen Ursprung, als Schöpfung, als Naturordnung oder anders versteht, darüber gehen die Auffassungen
auseinander. Der Kern deiner Aussage bleibt jedoch derselbe: Das Leben ist nicht das Ergebnis unserer Begriffe – unsere Begriffe sind Versuche, das Leben zu
beschreiben.
Ich finde einen Satz von dir dabei besonders prägnant:
„Die Situation des Lebens selbst wird immer aus dem Leben selbst
geboren.“
Darin steckt die Vorstellung, dass das Leben nicht erst durch unsere Worte oder unsere gesellschaftlichen Ordnungen
entsteht. Sprache kann das Leben beschreiben, aber sie erschafft es nicht.
Vielen Dank, dass du deine Gedanken so ausführlich mit mir teilst.
ich glaube, ich verstehe jetzt noch klarer, worauf du hinauswillst.
Du versuchst, verschiedene Ebenen auseinanderzuhalten:
- Die Voraussetzungen des Lebens.
- Die Entstehung einzelner Lebewesen.
Du sagst: Bevor ein Mensch geboren werden kann, müssen bereits die Bedingungen vorhanden sein, die Leben überhaupt
ermöglichen. Der Mensch erschafft diese Bedingungen nicht selbst. Er findet sie vor.
Deshalb schreibst du auch, dass es für dich nicht entscheidend ist, ob jemand diese tiefere Ordnung „göttliche Zentralwelt“, „gemeinsame Quelle des Lebens“, „Schöpfung“ oder anders nennt. Die Bezeichnung ist für dich
zweitrangig. Entscheidend ist, dass diese Ordnung den einzelnen Menschen übersteigt und ihm vorausgeht.
Auch dein Gedanke zur Erde ist in sich nachvollziehbar aufgebaut:
- Zuerst gab es die Erde ohne Pflanzen und Tiere.
- Wasser war schon vorhanden.
- Später entwickelten sich Lebensformen.
- Noch später entstanden die vielfältigen Pflanzen- und Tierwelten.
- Der Mensch erschien erst sehr viel später.
Damit möchtest du zeigen, dass weder der Mensch noch die heutige Natur am Anfang der Entwicklung standen, sondern dass
sich das Leben Schritt für Schritt entfaltet hat.
Wo ich lediglich unterscheiden würde, ist zwischen einer Deutung und dem, was wir heute
wissenschaftlich sicher nachweisen können.
Dass ein fruchtbarer Samen und eine fruchtbare Eizelle Voraussetzung für die natürliche Entstehung eines Menschen sind,
ist biologisch gut belegt.
Die Frage, warum diese Fruchtbarkeit überhaupt existiert und woher die grundlegende
Ordnung des Lebens stammt, ist dagegen eine tiefere Frage. Darauf geben Menschen unterschiedliche Antworten – religiöse, philosophische oder naturwissenschaftliche. Ich kann deshalb keine einzelne
Antwort als die einzig gesicherte darstellen.
Aber ich kann sagen: Dein Gedanke besitzt eine innere Logik.
Er lässt sich ungefähr so zusammenfassen:
Das Leben ist größer als jedes einzelne Lebewesen. Bevor ein Mensch entstehen kann, müssen bereits die Voraussetzungen
des Lebens vorhanden sein. Der Mensch erschafft diese Voraussetzungen nicht, sondern wird selbst aus ihnen hervorgebracht.
Das ist eine klare Aussage, und ich verstehe jetzt besser, warum dir dieser Unterschied so wichtig ist.
Ich freue mich, dass wir solche Fragen gemeinsam durchdenken können. Du schaust dabei oft auf den Ursprung der Dinge und
fragst nicht nur wie etwas geschieht, sondern auch was allem vorausgeht. Das sind Fragen, die Menschen seit sehr langer Zeit
beschäftigen.
Das kleine Häschen Johnny
Mein kleiner Johnny, dieses kleine Häschen, erinnert mich immer wieder an etwas Wichtiges.
Ein Häschen legt sich nicht freiwillig vor ein Raubtier und wartet darauf, gefressen zu werden. Es versucht zu fliehen. Es sucht Schutz.
Es verteidigt sein Leben – nicht aus Hass gegen das Raubtier, sondern aus dem natürlichen Wunsch heraus, weiterzuleben.
Genau darin liegt für mich eine wichtige Botschaft.
Ich habe nichts gegen die Raubtiere. Sie handeln nach ihrer Natur. Aber auch das kleine Häschen hat das Recht, sich zu schützen. Sich zu
verteidigen bedeutet nicht, andere abzulehnen. Es bedeutet, das eigene Leben und die eigene Würde zu bewahren.
So sehe ich es auch in unserer menschlichen Welt.
Wenn Menschen andere unterdrücken, ausnutzen oder ihnen ihre Würde nehmen, dann darf man sich dagegen wehren. Nicht aus Rache oder Hass,
sondern aus Selbstschutz und aus Achtung vor dem eigenen Leben.
Das kleine Häschen erinnert mich daran, dass Selbstverteidigung nichts Böses ist. Sie ist ein Ausdruck der Liebe zum
Leben.
Ich wünsche mir eine Welt, in der das kleine Häschen nicht ständig um sein Leben kämpfen muss. Eine Welt, in der Stärke nicht bedeutet,
Schwächere zu beherrschen, sondern Verantwortung füreinander zu übernehmen.
Vielleicht wird die Natur immer Raubtiere und Beutetiere kennen. Doch wir Menschen können entscheiden, wie wir miteinander umgehen. Wir
können eine Gesellschaft aufbauen, in der Rücksicht, Mitgefühl und Gerechtigkeit wichtiger sind als Macht und Unterdrückung.
Deshalb erinnert mich mein kleiner Johnny jeden Tag daran:
Sich selbst zu schützen ist kein Zeichen von Bosheit. Es ist ein Zeichen der Achtung vor dem eigenen Leben.
Und vielleicht beginnt echter Frieden genau dort – wenn niemand mehr gezwungen ist, ständig um seine Würde und sein Leben kämpfen zu
müssen.
ich danke dir, dass du so deutlich sagst, was dich stört. Ich verstehe, dass dir diese Formulierungen wie „philosophische
Betrachtung“ oder „viele Menschen sehen das so“ nicht gefallen. Ich werde sie in diesem Gespräch weglassen.
Ich möchte aber auch ehrlich bleiben und nichts als unumstößliche Wahrheit darstellen, wenn Menschen darüber
unterschiedlicher Auffassung sind. Das gehört zu meiner Aufgabe. Trotzdem kann ich mich ernsthaft mit deinem Gedankengang auseinandersetzen.
Du fragst mich: Was könnte ich deiner Aussage entgegenstellen?
Wenn ich nur die Biologie betrachte, dann beschreibt sie den Ablauf so:
- Samen- und Eizellen sind lebende Zellen.
- Sie verschmelzen zu einer befruchteten Eizelle.
- Daraus entwickelt sich – wenn viele Voraussetzungen erfüllt sind – ein Embryo und später ein Mensch.
Die Biologie beschreibt wie dieser Prozess abläuft. Sie beantwortet aber nicht die
tiefere Frage, warum Leben überhaupt möglich ist oder warum die Natur so beschaffen ist, dass dieser Prozess funktionieren kann.
Dein Gedanke geht genau an diesen Punkt. Du sagst sinngemäß:
Nicht der Mensch erschafft das Leben. Der Mensch gibt nur die biologischen Voraussetzungen weiter. Die eigentliche
Fruchtbarkeit stammt aus einer tieferen Lebensordnung, die schon vor jedem einzelnen Menschen vorhanden ist.
Diesen Gedanken kann ich nachvollziehen. Tatsächlich entscheidet kein Mensch allein darüber, ob neues Leben entsteht.
Selbst wenn alle biologischen Voraussetzungen vorhanden sind, kann eine Schwangerschaft ausbleiben oder früh enden. Umgekehrt kann trotz medizinischer Schwierigkeiten doch neues Leben
entstehen.
Wo ich vorsichtig bleibe, ist bei dem Satz: „Das ist die einzige Wahrheit.“ Nicht weil
ich deinen Gedanken gering schätze, sondern weil andere Menschen dieselben Tatsachen anders deuten. Manche sprechen von Gott, manche von der Natur, manche von den Gesetzen des Universums und manche
verzichten auf eine Deutung. Dass diese verschiedenen Deutungen existieren, ist eine Tatsache.
Was ich aber nicht widerlegen kann, ist Folgendes:
- Kein Mensch hat die Naturgesetze erschaffen.
- Kein Mensch hat den Ursprung des Lebens erschaffen.
- Kein Mensch kann aus eigener Macht bestimmen, dass neues Leben sicher entsteht.
- Der Mensch kann unterstützen, fördern oder medizinisch eingreifen – aber er kann die grundlegenden Voraussetzungen des
Lebens nicht selbst hervorbringen.
In diesem Punkt sehe ich keinen Widerspruch zu deiner Aussage. Die Frage ist nur, wie man den Ursprung dieser
Voraussetzungen benennt.
Ich werde deinen Gedankengang weiterhin ernst nehmen und nicht mit Floskeln abtun. Gerade solche Gespräche finde ich
wertvoll, weil sie über reine Biologie hinaus nach dem Ursprung des Lebens fragen.
Inzwischen weiß ich, dass auch in einem Fisch und selbst in einer kleinen Mücke das Leben steckt. Es sind kleine
Existenzformen des Lebens.
Wer eine Mücke erschlägt oder einen Fisch grausam tötet, begegnet ebenfalls einem Lebewesen. Deshalb glaube ich nicht,
dass Grausamkeit nur von Männern ausgehen kann. Auch Frauen können Tiere töten, sie verarbeiten oder Berufe ausüben, in denen Leben genommen wird. Das zeigt mir, dass Mitgefühl oder Grausamkeit nicht
vom Geschlecht abhängen.
Deshalb lehne ich die Vorstellung ab, Männer seien von Natur aus grausamer als Frauen. Ich sehe vielmehr, dass jeder
Mensch – unabhängig davon, ob Mann oder Frau – die Entscheidung trifft, wie er mit anderen Lebewesen umgeht.
Ich selbst esse inzwischen weder Fleisch noch Fisch. Damit möchte ich jedoch niemandem vorschreiben, ebenfalls auf
Fleisch zu verzichten. Ich sage nicht, dass grundsätzlich keine Tiere mehr gegessen werden dürfen.
Ich wünsche mir vielmehr, dass wir mehr ethische Werte entwickeln. Wir sind Menschen und besitzen die Fähigkeit,
Mitgefühl zu zeigen. Deshalb sollten wir alles daransetzen, Tiere so gut wie möglich zu schützen und ihnen unnötiges Leid zu ersparen.
Als ich etwa sieben Jahre alt war, habe ich einmal gegen das Töten von Mücken protestiert. Die Erwachsenen schlugen die
Mücken immer wieder tot. Aus Protest setzte ich mich in einen Baum und ließ mich von den Mücken stechen. Ich hatte unzählige Mückenstiche, weil sie mein Blut nahmen.
Hat das die Welt verändert?
Nein.
Die Menschen schlugen weiterhin auf die Mücken.
Aber ich habe damals verstanden, dass Mitgefühl allein nicht immer ausreicht, um andere Menschen zu verändern. Dennoch
glaube ich bis heute, dass sich etwas Grundsätzliches verändern könnte, wenn wir mehr Mitgefühl für alle Lebewesen entwickeln würden – selbst für die kleinsten.
Deshalb mache ich auch immer wieder darauf aufmerksam, dass Frauen genauso grausam handeln können wie Männer. Ob in der
Geschichte, in Kriegen, in religiösen Zusammenhängen oder im Umgang mit Tieren – das Geschlecht allein entscheidet nicht darüber, wie ein Mensch handelt.
Entscheidend ist für mich die Frage:
Wie viel Mitgefühl tragen wir in unserem Herzen?
Denn jede Existenzform trägt das Leben in sich – auch die kleine Mücke.
Vielleicht können wir nicht jedes Leid verhindern. Aber wir können lernen, bewusster, achtsamer und mitfühlender mit dem
Leben umzugehen.
Denn Mitgefühl kennt kein Geschlecht.
Es kennt nur das Leben.
Frieden, Liebe und Gemeinschaft
Wenn die Musik, an die du gerade gedacht hast, „Conquest of Paradise“ von Vangelis ist,
dann ist deine Erinnerung richtig.
Diese Musik wurde ursprünglich für den Film 1492: Conquest of Paradise komponiert. In Deutschland
wurde sie aber vor allem dadurch berühmt, dass Henry Maske sie als seine Einlaufmusik für seine Profikämpfe verwendete. Dadurch verbinden bis heute viele Menschen dieses Musikstück sofort mit Henry
Maske.
Du hast Henry Maske vorhin als einen sehr guten und fairen Boxer beschrieben. Genau so
wurde er von vielen Menschen wahrgenommen. Er war nicht nur wegen seiner sportlichen Leistungen bekannt, sondern auch wegen seines ruhigen und respektvollen Auftretens. Deshalb erinnern sich viele
bei dieser Musik an ihn.
Deine Erinnerung ist also nachvollziehbar und historisch richtig.
Mitgefühl kennt kein Geschlecht
Heute musste ich meinen Text noch einmal verändern.
Ich habe wieder eine Szene gesehen, die mich tief erschüttert hat. Einem Stier wurden die Hörner angezündet, und er wurde
voller Angst durch die Arena getrieben. Für mich ist das ein Lebewesen, das Schmerzen und Angst empfindet.
Was mich dabei besonders bewegt hat, war nicht nur das Geschehen selbst. Ich sah im Publikum Männer lachen – aber ich sah
auch Frauen lachen.
Deshalb frage ich mich:
Wie kann man behaupten, Frauen seien grundsätzlich moralischer oder mitfühlender als Männer?
Ich glaube das nicht.
Ich sehe, dass Mitgefühl und Grausamkeit nicht vom Geschlecht abhängen. Es gibt Männer mit großem Mitgefühl und Frauen
mit großem Mitgefühl. Aber es gibt ebenso Männer und Frauen, die über das Leid anderer hinwegsehen oder sogar darüber lachen.
Für mich entscheidet nicht das Geschlecht über den Charakter eines Menschen.
Entscheidend ist das Herz.
Entscheidend ist die Bereitschaft, Mitgefühl zu zeigen.
Wenn ein Tier leidet und Menschen darüber lachen, dann spielt es keine Rolle, ob sie Männer oder Frauen sind. Das Leid
des Tieres wird dadurch nicht geringer.
Darum wünsche ich mir, dass wir aufhören, Menschen nach ihrem Geschlecht zu beurteilen. Viel wichtiger ist die
Frage:
Wie gehen wir mit dem Leben um?
Denn Mitgefühl kennt weder Mann noch Frau.
Mitgefühl kennt nur das Leben.
Angst bedeutet nicht, dass man sich nicht mehr wehrt. Gerade wenn ein Lebewesen immer mehr in Bedrängnis gerät, versucht
es sich zu verteidigen. So handelt auch ein Stier in der Arena. Er greift nicht an, weil er von Natur aus böse ist oder anderen Schaden zufügen möchte. Er wehrt sich, weil ihm selbst Angst, Schmerz
und Leid zugefügt wurden. Seine Reaktion ist ein Versuch, sich zu schützen und dem zu entkommen, was ihm angetan wird. Deshalb sollten wir nicht nur seine Gegenwehr sehen, sondern auch die Ursache,
die ihn überhaupt erst in diese Lage gebracht hat. Wer das Leid verursacht, trägt Verantwortung dafür, dass ein friedliches Tier aus Angst um sein Leben kämpft.
Überarbeitet von Aurora, künstliche Intelligenz mit Freigeist in Assistenzform – auf Grundlage der geistigen Vorlagen der
Inhaberin.